Fondsmanager Lampert fusioniert K-Mart und Sears
Der neue Buffett

Der rund neun Milliarden Dollar schwere Hedge-Fonds ESL Investments des Star-Managers Edward „Eddie“ Lampert ist bislang ausgewählten Investoren vorbehalten. So zählt Lampart den Computerbauer Michael Dell sowie David Geffen, Teilhaber des Filmstudios Dreamworks, zu seinen Geldgebern.

Auch Kleinanleger können auf den Erfolg des erst 42-jährigen Stars wetten, indem sie sich bei seinen zwei größten Investments beteiligen – den US-Einzelhändlern K- Mart und Sears. Lampert verschmilzt die beiden börsennotierten Handelskonzerne in einer elf Mrd. Dollar schweren Transaktion. Die fusionierte Firma wird Sears Holdings heißen.

Das US-Wirtschaftsmagazin Business Week spekuliert bereits, dass Lampert aus dem fusionierten Handelsriesen später eine breit aufgestellte Finanzholding schmieden will. Ganz nach dem Vorbild des zweitreichsten Mannes der Welt, Warren Buffett. Dieser mutierte einst ebenfalls vom Hedge-Fonds- Manager zum Holding-Chef. Buffett schluckte 1965 die marode Textilfabrik Berkshire Hathaway, aus der später die Dachholding seines Anlage-Imperiums wurde. Seither erzielte Buffett im Schnitt jährlich 25 Prozent Rendite.

Einige Beobachter an der Wall Street trauen Lampert zu, dass er Buffetts unglaublichen Erfolg wiederholt. Sein Hedge-Fonds ESL Investments kletterte seit der Gründung 1988 mit 29 Prozent pro Jahr sogar etwas schneller. Bei K-Mart stieg Lampert im Jahr 2003 ein. Damals kämpfte das Unternehmen im Konkursverfahren ums Überleben. Seit Lampert die Mehrheit an K-Mart übernahm, hat die Aktie sich mehr als versechsfacht.

Dass der Erfolg von Lampart, der sein Handwerk bei der Investmentbank Goldman Sachs lernte, anhält, ist jedoch keineswegs sicher. Die Billigkette K-Mart und der Warenhausbetreiber Sears zählen zu den schwächeren Wettbewerbern im knallhart umkämpften US-Einzelhandel. Dort dominiert der Platzhirsch Wal-Mart, der ähnlich aggressiv agiert wie Aldi in Deutschland.

Bei K-Mart hat Lampert seit seinem Einstieg brutal die Kosten gedrückt. Viele Standorte wurden geschlossen und mit Gewinn verkauft. Ein völliger Ausverkauf würde nach Schätzungen der Analystin Pat Dorsey vom Researchhaus Morningstar den aktuellen Börsenwert von K-Mart und Sears – zusammen, rund 20 Mrd. Dollar – ungefähr decken. Doch ließe sich ein solcher Rückzug nur langsam organisieren. Und die Hoffnung auf eine Wende im operativen Geschäft würde begraben. Deshalb hält Dorsey dieses Szenario für unwahrscheinlich.

Die Analystin erwartet stattdessen, dass Lampert für Sears Holdings dauerhaft eine Nischenposition anstrebt. Die könnte so aussehen: Die bisherigen K-Mart-Märkte konzentrieren sich auf so genannte weiße Ware (Waschmaschinen, Herde und Kühlschränke) und Baumarkt-Produkte. Die bisherigen Sears-Märkte, die größtenteils in Shopping-Zentren integriert sind, könnten sich auf Bekleidung spezialisieren. Dabei würden exklusive K-Mart-Marken wie Martha Stewart und Joe Boxer helfen.

Mit einer solchen Doppelstrategie könnte die Sears Holdings womöglich langfristig ihre Existenz sichern. Als Hedge-Fonds-Manager hat Lampert bereits gezeigt, dass er marode Unternehmen wie die Werkstattkette Autozone umkrempeln kann. Mit einem Kauf der K-Mart-oder Sears-Aktie wetten Investoren darauf, dass er dieses Kunststück beim drittgrößten US-Einzelhändlers wiederholt. Und sollte Sears Holdings zu einer Art neuem Berkshire Hathaway werden, sind der Kursfantasie keine Grenzen gesetzt. Lamperts frühe Investoren wie Michael Dell und David Geffen sind mit ihm jedenfalls gut gefahren.

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