Fondssparen
Geduld am Aktienmarkt zahlt sich aus

Die zuletzt vom Fondsverband BVI veröffentlichte Rendite von Sparplänen mit Aktienfonds zeigt, dass für langfristige stabile Erträge mehr nötig ist als ein halbes Jahr Börsenerholung.

FRANKFURT. Wer mit Aktien und Aktienfonds Vermögen ansparen will, braucht einen sehr langen Atem. Zwar sind die Kurse seit dem Frühjahr beeindruckend geklettert. Und viele Manager vor allem deutscher Aktienfonds haben in diesem Jahr sogar besser abgeschnitten als der Deutsche Aktienindex, weil sie unter anderem von den stark gefallenen VW-Stammaktien nur wenige hatten. Aber die zuletzt vom Fondsverband BVI veröffentlichte Rendite von Sparplänen mit Aktienfonds zeigt, dass für langfristige stabile Erträge mehr nötig ist als ein halbes Jahr Börsenerholung.

Wer etwa zehn Jahre lang in deutsche Aktienfonds monatlich 100 Euro eingezahlt hat - also 12 000 Euro investierte, musste Ende September mit einem durchschnittlichen Ertrag von 568 Euro oder 0,9 Prozent Rendite pro Jahr zufrieden sein. Mit internationalen Aktienfonds hat der Anleger sogar in jedem Jahr 3,3 Prozent seines Kapitals verloren.

Kein Wunder, dass vielen Anlegern inzwischen die Geduld für Aktien und Aktienfonds fehlt. Nach der krassen Börsenerfahrung im Jahr 2008 will nach einer repräsentativen Infratest-Umfrage weniger als ein Fünftel langfristig in Aktien sparen. Befragt wurden Anleger dabei auch nach ihren Plänen für die private Altersvorsorge.

Wie lang der Atem der Anleger sein muss, zeigen ebenfalls die Sparplanzahlen des Fondsverbandes mit ihren Durchschnittsergebnissen: Erst nach fünfunddreißig Jahre haben Aktienfonds eine höhere Rendite erzielt als andere Fondsklassen wie beispielsweise Anleihefonds. Deutsche Aktienfonds schafften über die gut drei Jahrzehnte hinweg jährlich sieben Prozent Ertrag, internationale Aktienfonds gut sechs Prozent, Anleihefonds knapp sechs Prozent.

Wer viel Geduld zeigte, konnte dann auch erleben, dass Kursausschläge in seinem Depot geringer wurden. Über die vergangenen zehn Jahre schwankte die Wertentwicklung deutscher Aktienfonds noch um bis zu 27 Prozent. Dabei sackte die Rendite der Sparpläne nach Berechnungen des BVI teilweise deutlich ins Minus. Über dreißig Jahre nivellierten sich die Schwankungen auf knapp fünf Prozent, und die Rendite blieb positiv.

Wer sich einen so langen Atem leisten kann, sollte also auf Aktien und Aktienfonds nicht verzichten. Außer der über diesen langen Zeitraum gesehenen höheren Rendite bieten Aktien als Sachwertanlagen auch Schutz gegen Inflation. Um das Risiko eines Verlusts so breit wie möglich zu verteilen, empfehlen sich dann Dividendentitel verschiedener Regionen, Branchen, Größenklassen und auch mehrere Fondstypen. Die deutlich billigeren Indexfonds fahren immerhin die Marktrendite ein.

Über einen kürzeren Zeitraum kann es sich dagegen auszahlen, dem Kapitalmarkt fern zu bleiben. In den vergangenen zehn Jahren brachten schlichte Banksparpläne im Durchschnitt rund 3,5 Prozent Zinsen im Jahr ein - ohne Kursrisiko und Kosten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%