Für die Aktie des Rückversicherers geben die Preisverhandlungen im September die Richtung vor
Hannover Rück: Entscheidung in Monte Carlo

Die Hannover Rück gilt als ein Lieblingswert vieler Versicherungsanalysten. Welches Potenzial die Aktien des hinter der Münchener Rück und Swiss Re weltweit drittgrößten Rückversicherers haben, hängt aber von einigen Entwicklungen ab, die das Unternehmen zum Teil nicht selbst beeinflussen kann.

DÜSSELDORF. Dies gilt nicht für das US-Geschäft, wo die Hannoveraner derzeit Handlungsstärke beweisen. Das zuletzt defizitäre Programmgeschäft wird radikal umgewandelt. Die US-Tochter Clarendon fungiert künftig nur noch als reiner Spezialversicherer, etwa für Kraftfahrt- und Kunstversicherung. Eingestellt wird dagegen das wettbewerbsintensive Standardgeschäft in der Hausrat- und Wohngebäudewirtschaft. Hier hatte Clarendon vergangenes Jahr einen Verlust eingefahren. Grund waren die hohen Schäden durch Wirbelstürme im Süden der USA, wo Clarendon einen hohen Marktanteil hat. Die klare Fokussierung dürfte der Hannover Rück auf Dauer nutzen.

Kaum Einfluss hat der Konzern hingegen auf die Entwicklung in der Finanzrückversicherung. Mit diesem Finanzierungsinstrument können Unternehmen ihre Ergebnisse gegen zu große Schwankungen absichern. Weil mehrere Aufsichtsbehörden die bisher gängige Praxis derzeit untersuchen, ist das Geschäftsvolumen zuletzt jedoch deutlich zurückgegangen. Für die Hannover Rück wäre es – wie für die gesamte Branche – wichtig, dass die Untersuchungen am Ende zu einem transparenten und eindeutigen Verfahren führen. Anderenfalls bliebe die Unsicherheit erhalten und die Rückversicherer müssten wohl dauerhaft Einbußen in diesem wichtigen Geschäftsfeld hinnehmen.

Eine gewisse Unsicherheit lastet auf der Hannover Rück auch durch die Zukunftspläne ihrer Mutter Talanx, die an die Börse strebt. Derzeit versucht sich das Unternehmen durch diverse Werbeaktion unter dem neuen Markennamen – bis 2004 hieß der Versicherer noch HDI – zu etablieren. Entscheidend für die Hannover Rück ist eine stärkere Profilbildung der Talanx, die noch sehr rückversicherungslastig ist. Für die Anleger sollte jedenfalls klar sein, wann sie eine Talanx-Aktie halten sollen und wann die Titel der Hannover Rück. Geschieht dies nicht, dürften beide Aktien unter der fehlenden Trennschärfe leiden.

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