Für Investoren ist das Risiko bei der MLP-Aktie kaum zu kalkulieren
Der gefährliche Boom

Wenn MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg heute auf der Hauptversammlung vor seine Aktionäre tritt, kann er fast ausnahmslos Gutes berichten.

Seit Jahresanfang ist Schroeder-Wildberg Vorstandsvorsitzender und bemüht sich bisher um Realismus und Glaubwürdigkeit. „Die euphorischen Termühlen-Jahre sind vorbei“, bekennt ein MLP-Berater in Anspielung auf den früheren Vorsitzenden.

Der Neue müht sich, das Unternehmen profitabler zu machen. Er hat die Zahl der Berater auf aktuell 2 700 reduziert (Vorjahr 2 900). Folge: Der Ertrag pro Makler stieg im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal um 67 Prozent auf rund 42 000 Euro.

Dennoch: Ein Einstieg in die MLP-Aktie bleibt gefährlich. Zwar schieben die Berater in der Branche derzeit Überstunden, doch die dürften sie spätestens im nächsten Jahr abbummeln, wenn das Steuerprivileg bei Lebensversicherungen fällt. Dann wird sich vermutlich zeigen, dass der M-Dax-Konzern zu starr und unflexibel arbeitet. Was ihm fehlt ist eine langfristige Strategie, wie und welche Altersvorsorge-Produkte ab dem nächsten Jahr angeboten werden sollen.

Das Thema private Rente kann für den Finanzdienstleister sogar zum Bumerang werden, weil gute und kostengünstige Produkte im Programm fehlen. Auf diese wichtigen Frage hat Schroeder-Wildberg bislang keine Antwort gegeben. Fest steht: Bis es eine Alternative zur Cash-Cow Lebensversicherungen gibt, können Jahre vergehen.

Mit den positiven Nachrichten, die im ersten Quartal für gute Stimmung gesorgt haben, könnte es daher bald vorbei sein. Analysten sehen den Kurs daher selbst bei aktuell knapp zwölf Euro nicht deutlich unterbewertet an, obwohl er damit bei rund einem Zehntel seines historischen Höchststandes notiert.

Dazu lastet noch immer der Makel eines Bilanzskandals auf MLP, der noch nicht endgültig aufgeklärt ist. Solange sich aber die Staatsanwälte mit dem Unternehmen beschäftigen, hat die Aktie kaum eine Chance auf einen deutlichen Kursanstieg. Die Risikoprämie ist schlicht zu hoch. Investoren sehen keinen Anlass sich auf ein Glücksspiel einzulassen solange Konkurrenten wie AWD mit besserer Performance – aber ohne Richter im Nacken – zu überzeugen wissen.

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