Fusionsgerüchte treiben die Kurse bei spanischen Versorgern, Mineralölunternehmen und Netzbetreibern
Stromaktien elektrisieren Anleger in Madrid

Energietitel sind auf dem spanischen Parkett derzeit die Renner. Fusionsgerüchte, ein sich schnell bewegendes Personalkarussell, eine stärker werdende Positionierung in Europa sowie sehr gute Geschäftsergebnisse der Energieunternehmen setzen die Madrider Börse unter Strom.

MADRID. Kein Wunder, dass Aktien wie die des Netzbetreibers Red Eléctrica, des Versorgers Unión Fenosa und Iberdrola sowie die Titel des katalanischen Wasserdienstleisters Aguas de Barcelona derzeit von vielen Brokern empfohlen werden. Für weitere Hoffnung auf steigende Kurse hat die Personalveränderung beim spanisch-argentinischen Mineralölgiganten Repsol YPF gesorgt. Mit dem Wechsel von Antonio Brufau an die Konzernspitze, bisher Präsident des Gasversorgers Gas Natural, mehren sich die Gerüchte, dass es bald zur Fusion und zur lange erwarteten Konzentration auf dem spanischen Energiemarkt kommen wird. Vorgänger Alfonso Cortina hatte sich dagegen bis zuletzt gesperrt. Die Börse belohnte die neue Besetzung an der Repsol-Spitze mit Gewinnen bei allen Energietiteln.

Derzeit werden von den Analysten alle Konstellationen für mögliche Käufe oder Zusammenschlüsse durchgespielt. Im Juni hatte es noch Gerüchte gegeben, dass die im März gewählte sozialistische Regierung alles dransetzen würde, um eine Dreier-Fusion zwischen Endesa, Gas Natural und Aguas de Barcelona zu erreichen. Damals hatte alle drei Unternehmen Gespräche dieser Art dementiert, jedoch eingeräumt, dass sie an Allianzen interessiert seien. Noch immer hat die spanische Regierung über so genannte goldene Aktien das Recht, bei Fusionen mitzureden.

Bei den Stromkonzernen gilt bereits seit längerem Unión Fenosa, drittgrößter Versorger Spaniens, als Übernahmekandidat. Es gibt auch zahlreiche ausländische Interessenten. Diese Aktie ist für die Analysten aber auch deswegen ein Highlight, weil die Unternehmensführung in diesem Jahr die Schulden durch Kostensenkung und Veräußerung von nicht strategischen Beteiligungen deutlich reduzieren konnte.

Für Phantasie sorgt auch Red Eléctrica. Die Börse verfolgt mit Spannung die angeblichen Bestrebungen, mit dem portugiesischen Netzbetreiber REN zu fusionieren. Das wäre sinnvoll, weil die spanische und die portugiesische Regierung beschlossen haben, ein gemeinsames iberisches Transport- und Vertriebsnetz für Strom zu schaffen. Solange nicht klar ist, wer mit wem zusammengeht, werden die Energietitel an der Madrider Börse weiter im Blickpunkt stehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%