Fusionsgerüchte werden spanische Bankaktien treiben
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Lange Zeit galten in Spanien Bautitel wie FCC, Dragados oder ACS als die sicherste Anlage an der Börse. Doch mit dem Ende des großen Booms beim Häuser- und Straßenbau haben auch die Börsenfavoriten in Madrid gewechselt. Statt Mörtel und Schippe empfehlen viele Analysten langfristig wieder das gute alte Bankengeschäft, das seit Jahren blendend funktioniert und auch zukünftig gute Aussichten hat. Die Branche hat im ersten Halbjahr ihr Kreditvolumen um 13,5 Prozent verbessert. Dem Branchenindex der spanischen Banken hat das seit Jahresbeginn zwar noch nicht zu großen Sprüngen verholfen. Zeitweise hat er sich aber immerhin etwas besser entwickelt als der Madrider Leitindex Ibex.

Dass der große Schwung bei Bankaktien bislang fehlt, liegt im wesentlichen daran, dass die Titel der großen Geldhäuser noch unter den Folgen des Übernahmegebotes von Marktführer Santander Central Hispano (SCH) für die britische Abbey National leiden, das vom Markt sehr kritisch beurteilt wurde. Ebenso macht die Erwartung steigender Zinsen in der Eurozone den spanischen Banken zu schaffen, die vor allem vom Kreditgeschäft leben.

Aber diese negative Wahrnehmung des Marktes ist nur kurzfristig, glauben die Analysten. Sie sind sich sicher, dass zumindest die Papiere der beiden großen Banken SCH und BBVA noch viel Phantasie bieten. Erwartet wird, dass BBVA, die Nummer zwei in Spanien, ebenfalls zügig mit einem Kauf oder einer Fusion in Europa aufwartet. Seit Jahren spricht Präsident Francisco González davon, dass seine Bank den Konzentrationsprozess in Europa mitbestimmen will. Anders als Emilio Botín an der Spitze von SCH hat González auch eine transnationale Fusion unter Gleichen nie ausgeschlossen.

Bei der SCH werden die Investoren nun zunächst genau verfolgen, ob es für die Abbey National eine Gegenofferte eines anderes Institutes geben wird, und ob die Spanier – falls dies nicht der Fall ist – mit einem überzeugenden Konzept in das sehr wettbewerbsintensive britische Privatkundengeschäft vordringen werden. Klar ist, dass die in Spanien üblichen hohen Kommissionen auf dem britischen Markt kaum durchsetzbar sind. Sollte Botín aber eine überzeugende Antwort auf dieses Problem finden, hat die SCH-Aktie, die in diesem Jahr mehr als 20 Prozent verloren hat, auf jeden Fall noch viel Potenzial.

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