Goldmarkt: Vom Schmuckstück zur Krisenwährung

Goldmarkt
Vom Schmuckstück zur Krisenwährung

Auf dem Goldmarkt schienen in den letzten Jahren die grundlegendsten Regeln außer Kraft zu sein: Obwohl die Nachfrage stagnierte, stieg der Preis in astronomische Höhen. Ein Grund dafür könnte die Angst der Investoren sein.
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FrankfurtDer Goldpreis hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete vor zehn Jahren weniger als 300 Dollar, jetzt sind es fast 1400 Dollar. Wie kann der Preis so stark steigen, wenn gleichzeitig die Nachfrage stagniert? An der Nachfrage hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf den ersten Blick kaum etwas getan. Im Jahr 2001 lag der weltweite Bedarf bei rund 3700 Tonnen, im vergangenen Jahr waren es nur etwa 100 Tonnen mehr. Das zeigt eine aktuelle Studie des World Gold Council, einem Verband der Goldlobby, der für gewöhnlich gut informiert ist.

Es lohnt sich, die Zahlen etwas genauer anzuschauen. Erst dann zeigt sich, wie radikal sich der Goldmarkt verändert hat. War es früher vor allem die Schmuckindustrie, die für die Nachfrage sorgte, sind inzwischen immer mehr Investoren scharf auf Gold. Die Nachfrage der Juweliere machte vor zehn Jahren rund 3000 Tonnen im Jahr aus, heute sind es nur noch 2000 Tonnen, auch wenn sich die Schmuckindustrie zuletzt etwas erholen konnte.

Die Nachfrage der Investoren stieg dafür umso schneller, auf Sicht von zehn Jahren von rund 350 Tonnen auf 1300 Tonnen. Der Verbrauch der Industrie hat sich im gleichen Zeitraum nicht wesentlich erhöht, er liegt damals wie heute bei rund 400 Tonnen im Jahr.

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  • Hatte schon Anfang der Neunziger Jahre etwas Gold gekauft. Wurde von den “schlauen” Anlageberatern ausgelacht. Viele von denen haben in ihren Produkten, u.a. Steuersparmodelle, selbst angelegt. Pech gehabt, mal danach gefragt, betretenes Schweigen, wenn die mal wieder trifft.
    Wurde sogar damals von einer Bank aus mein Golddepot, nicht Zertifikate, gedrängt. Musste es dann selber aufbewahren. Am Sichersten? Man erzählt es keinem. So lange man es nicht verkauft ist es kein Einkommen nur Vermögen.
    Mit freundlichen Grüßen
    L. Censeur

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