Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“

Goldpreis
„Währungen sind nicht mehr sicher“

Investoren in aller Welt schauen wieder verstärkt auf den Goldpreis. Während die einen aus Angst kaufen, tun es andere aus Liebe. Am wichtigsten für die Preisentwicklung sind aber derzeit die mächtigsten Banken der Welt.
  • 22

FrankfurtFurcht und Liebe sind ein Teil des Goldmarkts. Die meisten Anleger meinen zwar, der Preis des Metalls werde von Furcht getrieben, der Furcht vor Krisen und Inflation. Die Angelsachsen sprechen von einem "fear trade". Das ist aber nur teilweise richtig. Viel wichtiger ist nach dieser Diktion die Liebe, der Drang zum Gold. Vor allem für die Asiaten ist Gold ein "love trade". Es gehört zu ihrer Kultur, und bei steigendem Wohlstand greifen besonders Chinesen und Inder umso lieber zu. Aus Furcht kaufen vor allem die Europäer.

Die Zahlen für das zweite Quartal haben das eindrucksvoll bestätigt. Die weltweite Nachfrage sank laut Minenlobby World Gold Council im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent. Chinesen und Inder kauften nur noch 337 Tonnen Gold in Form von Münzen, Barren oder Schmuck, 124 Tonnen weniger als im Jahr zuvor - und überlagerten damit das europäische Nachfrageplus deutlich. Die gesamte Nachfrage betrug nur noch 990 Tonnen.

Drei der wichtigen Nachfragekomponenten lagen im Minus: die Nachfrage nach Münzen und Barren, die nach Schmuck und die der Industrie. Da ist es schon eher verständlich, wenn der Preis fast 300 Dollar unter dem Höchststand des vergangenen Jahres von 1 900 Dollar liegt und in den vergangenen Monaten unter Druck geriet.

Doch eine weitere Nachfragegruppe federte den Preisabschwung ab. Die Notenbanken orderten über 157 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Vor allem die Zentralbanken aus Schwellenländern stocken ihre Bestände auf. Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und Kasachstan gehören dazu. Dieser Trend dürfte anhalten.

Seite 1:

„Währungen sind nicht mehr sicher“

Seite 2:

"Wagenweise Währungen"

Kommentare zu " Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Werte Handelsblatt Redakteure !
    In Ihrer Geschichte des Goldes haben Sie die Eroberungen der Spanier im 16 Jh.in Amerika und die Ausbeutung der Goldvorkommen von Mexiko bis Peru völllig ausgeblendet.Der teilweise Raub dieser Goldschätze durch die englischen Piraten ermöglichte, zum teil, den Auftstieg Englands zur Weltmacht.Für die Geschichte des Goldes!
    MfG kommi2001

  • Ich verstehe die Diskussion nicht, warum man kein Gold haben sollte.
    Aus der Sicht der Regierungen und der Finanzmafia ist natürlich das Bestreben der Bürger, deckungsloses Fiat-Papiergeld in Gold-"Geld" umzutauschen, genauso schädlich wie für den Teufel das Weihwasser.
    Aus diesem Grund gab es ja auch in Amerika das Verbot, Gold zu besitzen.
    Sogar der berüchtigte US-Grünspan ließ sich in diesem Zusammenhang zu der Bemerkung hinreisen, daß "....die Goldbesitzer die Einzigen sein werden, die ihr Vermögen erhalten können...". und dass man daraus schlußfolgern müsste, dem Bürger den Ausweg aus seiner Enteignung zu versperren...indem man ihm den Besitz von Edelmetallen verwehre.
    Bisher ist noch jede Papier-Währung fast auf Null gegangen, während Gold seit 2000 Jahren seine Kaufkraft erhalten hat.
    Da den Deutschen die 3.Währungsreform innerhalb 100 Jahren ins Haus steht, ist die Flucht in werthaltige Anlagen der einzige Ausweg, der kommenden Enteignung wenigstens teilweise zu entgehen.

  • Die wenigsten verstehen wohl, dass unser ungedecktes Papiergeld- und Teilreservesystem die Krise erst ermöglicht hat. Aber das aufzugeben würde dier Politik ja ihres liebsten Spielzeugs entledigen und man könnte keine Schulden ohne Ende machen um Wählerstimmen zu kaufen. Das ist es doch einfacher auf Banker und Spekulaten zu schimpfen obwohl sie doch nur eine Folge diese Systems sind und nicht die Ursache der Krise.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%