Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“

Goldpreis
„Währungen sind nicht mehr sicher“

Investoren in aller Welt schauen wieder verstärkt auf den Goldpreis. Während die einen aus Angst kaufen, tun es andere aus Liebe. Am wichtigsten für die Preisentwicklung sind aber derzeit die mächtigsten Banken der Welt.
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FrankfurtFurcht und Liebe sind ein Teil des Goldmarkts. Die meisten Anleger meinen zwar, der Preis des Metalls werde von Furcht getrieben, der Furcht vor Krisen und Inflation. Die Angelsachsen sprechen von einem "fear trade". Das ist aber nur teilweise richtig. Viel wichtiger ist nach dieser Diktion die Liebe, der Drang zum Gold. Vor allem für die Asiaten ist Gold ein "love trade". Es gehört zu ihrer Kultur, und bei steigendem Wohlstand greifen besonders Chinesen und Inder umso lieber zu. Aus Furcht kaufen vor allem die Europäer.

Die Zahlen für das zweite Quartal haben das eindrucksvoll bestätigt. Die weltweite Nachfrage sank laut Minenlobby World Gold Council im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent. Chinesen und Inder kauften nur noch 337 Tonnen Gold in Form von Münzen, Barren oder Schmuck, 124 Tonnen weniger als im Jahr zuvor - und überlagerten damit das europäische Nachfrageplus deutlich. Die gesamte Nachfrage betrug nur noch 990 Tonnen.

Drei der wichtigen Nachfragekomponenten lagen im Minus: die Nachfrage nach Münzen und Barren, die nach Schmuck und die der Industrie. Da ist es schon eher verständlich, wenn der Preis fast 300 Dollar unter dem Höchststand des vergangenen Jahres von 1 900 Dollar liegt und in den vergangenen Monaten unter Druck geriet.

Doch eine weitere Nachfragegruppe federte den Preisabschwung ab. Die Notenbanken orderten über 157 Tonnen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Vor allem die Zentralbanken aus Schwellenländern stocken ihre Bestände auf. Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und Kasachstan gehören dazu. Dieser Trend dürfte anhalten.

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"Wagenweise Währungen"

Kommentare zu " Goldpreis: „Währungen sind nicht mehr sicher“"

Alle Kommentare
  • Werte Handelsblatt Redakteure !
    In Ihrer Geschichte des Goldes haben Sie die Eroberungen der Spanier im 16 Jh.in Amerika und die Ausbeutung der Goldvorkommen von Mexiko bis Peru völllig ausgeblendet.Der teilweise Raub dieser Goldschätze durch die englischen Piraten ermöglichte, zum teil, den Auftstieg Englands zur Weltmacht.Für die Geschichte des Goldes!
    MfG kommi2001

  • Ich verstehe die Diskussion nicht, warum man kein Gold haben sollte.
    Aus der Sicht der Regierungen und der Finanzmafia ist natürlich das Bestreben der Bürger, deckungsloses Fiat-Papiergeld in Gold-"Geld" umzutauschen, genauso schädlich wie für den Teufel das Weihwasser.
    Aus diesem Grund gab es ja auch in Amerika das Verbot, Gold zu besitzen.
    Sogar der berüchtigte US-Grünspan ließ sich in diesem Zusammenhang zu der Bemerkung hinreisen, daß "....die Goldbesitzer die Einzigen sein werden, die ihr Vermögen erhalten können...". und dass man daraus schlußfolgern müsste, dem Bürger den Ausweg aus seiner Enteignung zu versperren...indem man ihm den Besitz von Edelmetallen verwehre.
    Bisher ist noch jede Papier-Währung fast auf Null gegangen, während Gold seit 2000 Jahren seine Kaufkraft erhalten hat.
    Da den Deutschen die 3.Währungsreform innerhalb 100 Jahren ins Haus steht, ist die Flucht in werthaltige Anlagen der einzige Ausweg, der kommenden Enteignung wenigstens teilweise zu entgehen.

  • Die wenigsten verstehen wohl, dass unser ungedecktes Papiergeld- und Teilreservesystem die Krise erst ermöglicht hat. Aber das aufzugeben würde dier Politik ja ihres liebsten Spielzeugs entledigen und man könnte keine Schulden ohne Ende machen um Wählerstimmen zu kaufen. Das ist es doch einfacher auf Banker und Spekulaten zu schimpfen obwohl sie doch nur eine Folge diese Systems sind und nicht die Ursache der Krise.

  • Gold und Schnaps sind
    die beste Kapialanlage
    Gold ist noch besser z.Zt. Steuerfrei erwerbbar
    In Folge auch keine:
    Einkommensteuer, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Zwangsanleihen, Vermögensabgabe usw.
    Weltweit akzeptiert von New York bis Australien...
    Schnaps hat den Vorteil, kann man saufen... Prost.

  • @Xray1
    "Nun netshadow, es kommt halt immer auf das Szenario an."

    Richtig, und ein guter Bauer hat natürlich auch vorher seine Kartoffeln in Gold verwandelt :), deshalb heißt es ja auch "Goldreserven".
    Aber ohne vorher geschaffene Werte die der Mensch wirklich braucht, eben auch kein Gegenwert egal von welchem Edelmetall auch immer.
    Hier waren mal die 10 wertvollsten Dax-Unternehmen aufgeführt, da ist es mir auch wieder aufgefallen - das meiste dreht sich um Nahrung und Medikamente, also Ernährung und Gesundheit. Ohne nützt mir das schönste Gold nichts. Aber man kann ja auch versuchen einen iPod mit Wassersuppe im Magen zu bedienen und sich im Zelt warm anzuziehen.
    Krisen, egal herbeigeredet oder nicht, sind eben auch immer eine persönliche Sache, von Kriegen und Naturktatastophen mal abgesehen. Die beste Versicherung ist trotzdem immer die eigene Sicherheit seiner Familie und sich selbst helfen zu können, und was auf die Beine zu bekommen. Dazu ist Geld/Währung und Gold eben nur eine Krücke.

  • Nun netshadow, es kommt halt immer auf das Szenario an.

    Währungen sind in der Vergangenheit immer wieder untergegangen. Gold als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel hat dagegen immer seinen Wert im Großen und Ganzen behalten. Auch in sehr schlechten Zeiten konnte man damit meist noch etwas zu essen kaufen, während Sparbücher, Bargeld und Lebensversicherungen dafür nicht mehr geeignet waren. Natürlich gab es auch "Mad-Max-Szenarien", wo auch für Gold nichts Essbares mehr zu bekommen war. Das waren aber seltene Ausnahmen und im Zweifel half dann auch Land nichts, weil es enteignet wurde (z.B. Rote Khmer/Kambodscha 1975-79). In allen anderen Szenarien aber wollen Menschen schnellstmöglich wieder ein wertbeständiges Tauschmittel etablieren, wenn Geld untergeht. Und Gold ist das mit der längsten Geschichte, ist beständig, teilbar und hat eine hohe Wertdichte, und ist damit automatisch das "money of last resort".

    Also: Gold ist kein Allheilmittel und schützt nicht vor Bomben, Meteoriten, Vulkanausbrüchen oder marodierenden kommunistischen Horden. Aber auch schwere Finanzmarktkrisen wird es unbeschadet überstehen......

  • Ich wäre mir da nicht so sicher dass die Amerikaner noch ihre kompletten Goldreserven haben...

  • Nun ja, wenn man Zentralbanken als "so manche Bank" durchgehen lassen will...

  • Klägliche Versuche sich ein bischen Sicherheit zu erträumen. Wenn es kein Geld mehr gibt, ist man mit Land am sichersten, da wächst was drauf, und zwar etwas was man essen kann und woraus man wärmende Kleidung machen kann. Für einen Barren Gold kann man sich auch keine Milch mehr kaufen, man braucht dazu sowas wie eine Kuh. Und man kann es verpachten, gegen Naturalien genauso wie gegen Geld oder Goldbarren.
    Die Sicherheit liegt also in den Grundbedürfnissen des Menschen, und nicht in den Grundbedürfnissen von "Finanzschaffenden", die nicht mal wissen wie sie überhaupt eine Karotte vom Land runter bekommen.
    Es gibt eine neue Krankheit, den Gold- und Geldvirus. Dieser zirkuliert aber gottseidank nur in geschlossenen Traumwelten, bis große Dürren eintreten. Dann scheiden sich die Spreu vom Weizen, im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Genauso wie die Geschwindigkeit von Licht im Vakuum die Referenz für Masse, Raum und Zeit ist,
    genauso ist der Wert von Gold die Referenz aller Währungen, und das schon seit Urzeiten.
    Steigen und fallen können demnach nur Währungen gegenüber dem Goldpreis.
    Oder seh ich das eventuell falsch?

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