Gute Laune
September-Blues an der Börse bleibt aus

Gar kein so schlechtes Ergebnis zur Halbzeit, werden sich einige Börsianer am Freitagabend gedacht haben. Schließlich ist der September zur Hälfte vorbei und statt der sonst in diesem Monat üblichen Börsendepression steht etwa beim Deutschen Aktienindex (Dax) ein Plus von 2,7 Prozent. Zur Erinnerung: Im Schnitt hatte das deutsche Börsenbarometer in den letzten zwei Jahrzehnten in dieser Zeit um eben diesen Prozentsatz nachgegeben.

HB FRANKFURT. Nun darauf zu setzen, dass das Match bereits zur Halbzeit entschieden ist, kann nach den schlechten Erfahrungen fatale Folgen haben. Dennoch besteht Hoffnung, dass es in den beiden Wochen bis zum Ende des Monats zu keinem nennenswerten Einbruch kommt. Denn wesentlicher Kurstreiber ist inzwischen der Imagewandel, den der Börsenplatz Deutschland seit Jahresbeginn gerade bei ausländischen Investoren vollzogen hat.

Was anfangs wie ein scheues Annähern an einen Markt aussah, den viele wegen seiner Reformbedürftigkeit lange Zeit gemieden hatten, hat sich in den letzten Wochen zu einem Massenphänomen ausgeweitet. Fast jede internationale Bank, Fondsgesellschaft oder Vermögensverwaltung hat zuletzt ihre Kundschaft seitenweise über die Vorzüge deutscher Aktien informiert.

Drei Gründe stehen dabei stets im Vordergrund: Zum einen hat der konjunkturelle Aufschwung weltweit die Rolle Deutschlands als Exportweltmeister noch einmal gefestigt. Zum zweiten hat gerade die hiesige Industrie in den letzten Jahren einen massiven Restrukturierungskurs hinter sich, in der die Kosten des Faktors Arbeit massiv gekürzt wurden. Zu guter Letzt zeigen die niedrigsten Zinsen seit 25 Jahren die erhoffte stimulierende Wirkung für die Wirtschaft.

All das bewerten ausländische Investoren derzeit euphorischer als deutsche und treiben damit die Kurse. Und da sich an den drei genannten Gründen auch nach der Wahl so schnell nichts ändern wird, dürfte der September diesmal ein Monat werden, an den man sich am Jahresende gerne erinnern wird.

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