Heißer Übernahmekandidat im Generikamarkt: Impax
Der Nächste, bitte!

Der Markt der Generikahersteller ist in Bewegung. Seit Februar ist der Schweizer Pharmakonzern Novartis mit seiner Tochter Sandoz der größte Hersteller für Nachahmermedikamente weltweit. Die Baseler hatten die deutsche Hexal und deren US-Schwester Eon Labs übernommen und damit die israelische Teva als Nummer eins auf dem Markt für patentfreie Medikamente abgelöst.

DÜSSELDORF. Seitdem wird heftig spekuliert, wer der nächste Übernahmekandidat sein könnte. Ein heißer Tipp ist US-Analysten zufolge der US-Generikaproduzent Impax Laboratories. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) hat die Aktien der im kalifornischen Hayward ansässigen Firma sogar zu einem der aussichtsreichsten Nebenwerte des laufenden Jahres gekürt. Die Investoren sehen das offenbar genauso: Seit der Hexal–Übernahme sind die Papiere von Impax Laboratories zwischenzeitlich um knapp 18 Prozent gestiegen. Vom jetzigen Kursstand bis zum von CSFB anvisierten Kursziel von 22 Euro hätte die Aktie immer noch gut 22 Prozent Kurspotenzial.

Warum gerade Impax Laboratories? Das hierzulande recht unbekannte Unternehmen, das im Jahr 2004 Schätzungen zufolge die Gewinnzone erreicht hat, ist in seiner jetzigen Form seit dem Jahr 1999 an der Börse. Impax hat verschiedene Verfahren für die zielgenaue Abgabe von Wirkstoffen – die so genannte „cotrolled-release technology“ – in Form von Pillen entwickelt und an Pharmahersteller lizenziert. Zudem arbeitet es an Medikamenten, die Krankheiten des Nervensystems – wie Alzheimer und Epilepsie – bekämpfen sollen. Generika sind allerdings der wichtigste Bereich des Unternehmens. Impax vermarktet eine Reihe von Nachahmerprodukten, unter anderen Antibiotika oder Präparate gegen Asthma. Die kurz- und mittelfristig verfügbare Produkt-Pipeline bewerten Experten als beeindruckend. Insgesamt 16 Heilmittel warten zurzeit auf ihre Zulassung, fünf davon sind bereits vorläufig freigegeben.

Ende vergangenen Jahres wurde das Anti-Depressivum Wellbutrin SR zugelassen. Erst vor etwa einem Monat erhielt Dixtropan XL, ein Mittel gegen Inkontinenz, vorerst seine Zulassung. Und Anfang März brachte Impax mit dem Schmerzmittel Oxycontin ein weiteres vielversprechendes Nachahmermedikament auf den Markt, das Analystenschätzungen zufolge mit einem Umsatz von 700 Mill. Dollar die Kasse klingeln lassen könnte. Ein weiteres Nachahmermedikament soll voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2005 für Umsätze in gleicher Höhe sorgen. Im laufenden Jahr dürfte sich der Umsatz der Kalifornier verdoppeln und der Gewinn auf einen Dollar pro Aktie und damit auf das Viereinhalbfache des Vorjahres anwachsen.

Damit ist Impax eben nicht nur als Übernahmekandidat interessant, sondern hat auch für sich alleine betrachtet Potenzial. Allerdings ist die Aktie im Branchenvergleich recht teuer; deswegen sollte sie vor allem Übernahmespekulanten zum Kauf reizen. Denn bei der erwarteten Konsolidierung in der Generikabranche gilt Impax als eines der attraktivsten Übernahmeziele. Den größeren Wettbewerbern fehlt das Know-how, das Impax im Bereich der gesteuerten Wirkstoffabgabe aufgebaut hat. Als potenzieller Interessent wird neben Sandoz und dem US-Konzern Watson Pharmaceuticals immer wieder Teva genannt. Der Grund: Teva könnte erneut die weltweite Marktführerschaft anstreben, nachdem Novartis ihr diese Rolle streitig gemacht hat. Die Bande zwischen Impax und Teva sind bereits recht eng. Der US-Generikahersteller hat mit dem israelischen Unternehmen bereits für zwölf Produkte Vermarktungspartnerschaften abgeschlossen.

Geht man vom Preis aus, den Novartis für die Kombination aus Hexal und Eon Labs auf den Tisch legte – das Zwanzigfache des Betriebsgewinns –, käme Impax auf einen Wert von etwa 1,5 Mrd. Dollar. Und damit auf 1,4-fache der heutigen Marktkapitalisierung.

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