Historische Daten geben Börsen-Optimisten Auftrieb
Die Gewinne zählen

Die Stimmung am Aktienmarkt ist gespannt. Nach zehn Monaten kräftigen Kurswachstums tritt der Deutsche Aktienindex (Dax) zurzeit auf der Stelle. „Der Index nimmt eine Verschnaufpause, ehe er zu neuen Sprüngen ansetzt“, sagen die einen. „Die Luft ist raus“, unken hingegen die Skeptiker. Wer aber hat Recht?

DÜSSELDORF. Ausschlaggebend für den kräftigen Kursanstieg seit März 2003 waren in erster Linie zwei Gründe: Zum einen hatte der Dax nach den hohen Verlusten der Vorjahre ein gewaltiges Aufholpotenzial. Andererseits wächst am Markt die Zuversicht, dass die Konjunktur in Europa endlich anzieht und den Unternehmen in nächster Zeit satte Gewinnzuwächse beschert. Für das laufende Jahr sagen die Konsensschätzungen der Analysten den Dax-Unternehmen ein durchschnittliches Gewinnwachstum (auf Nettobasis) von 40 Prozent voraus. 2005 sollen die Überschüsse dann noch einmal um 18 Prozent wachsen.

Die aktuellen Kurse spiegeln die Erwartungen des Marktes wider. „Die Gewinnsteigerungen sind eingepreist“, heißt das im Börsenjargon. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Dax-Unternehmen die Vorschusslorbeeren bestätigen müssen. Andernfalls drohen Dividendentiteln Kursverluste. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen die Börsianer daher die aktuelle Bilanzsaison. Wichtiger als die Zahlen für das abgelaufene Jahr sind dabei oft die Ausblicke der Unternehmen. An ihnen richten die Experten ihre Ergebnisschätzungen für die Zukunft aus. Und diese sind ein bedeutender Wegweiser für die künftige Entwicklung am Aktienmarkt.

Ein wichtiger Indikator der künftigen Gewinnentwicklung ist das Verhältnis von positiven zu negativen Gewinnrevisionen. Nach Daten der DZ Bank überwog im August 2003 erstmals seit mehr als einem Jahr der Anteil der Analysen, die ihre Prognosen erhöhten. Doch die Entwicklung erwies sich vorerst als Strohfeuer. Im Dezember überwogen schon wieder die Rückstufungen. „Das deutet darauf hin, dass 2004 nur wenige positive Überraschungen auf der Gewinnseite zu erwarten sind“, interpretiert DZ-Bank-Stratege Christian Kahler die Daten.

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