Hochtief setzt das Vertrauen der Anleger aufs Spiel
Essener Chaostage

Was ist los bei Hochtief? Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde deutlich gesenkt, nachdem die australische Tochter Leighton erneut durch eine hohe Risikovorsorge im Projektgeschäft das Ergebnis belastet und damit die Hochtief-Aktie zum wiederholten Male in den Keller jagte.

DÜSSELDORF. Und auch in Kanada scheiterte die vollständige Übernahme der Minderheitsbeteiligung Aecon am Veto der Mehrheitsaktionäre. Sind nach dem Börsengang die Chaos-Tage bei Hochtief in Essen ausgebrochen? Hat Vorstandschef Hans-Peter Keitel die Auslands-Töchter nicht im Griff?

Ausgerechnet nach dem Verkauf des RWE-Mehrheitsanteils an Hochtief für 23 Euro je Aktie, sorgte Leighton bereits im ersten Quartal mit einer Gewinnwarnung für einen gewaltigen Kursrutsch. Sicher, Pannen bei Großprojekten können passieren. Doch warum läuft gleich bei mehreren Projekten etwas schief? Das darf einem Konzern wie Leighton eigentlich nicht passieren. Das riecht nach Managementfehlern. Das Vertrauen der Anleger jedenfalls hat gelitten und von dem Kurseinbruch dürfte sich die Hochtief-Aktie so schnell nicht erholen.

Mit Abbuchen und weiter so ist es nicht getan. Zwar hat Hochtief-Chef Keitel ein strafferes Risikomanagement angekündigt und einen verantwortlichen Projekt-Planer in den Vorruhestand geschickt. Doch ist es schon verwunderlich, dass Leighton wegen voller Auftragsbücher bereits die Gewinnprognose für das neue Geschäftsjahr wieder angehoben hat. Wann drohen die nächsten Überraschungen, weil zu sehr auf die Börse und weniger auf die Qualität der Aufträge geschaut wird? Das Brokerhaus Equinet findet dies alles gar nicht lustig. Es bekräftigte seine Verkaufsempfehlung für die Aktie. Der Grund: Es sei unlogisch, dass Leighton einerseits eine hohe Risikovorsorge trifft und gleichzeitig aber die Gewinnerwartung für das gerade begonnene Geschäftsjahr deutlich anhebt.

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