Hongkongs Aktien profitieren von Festland-Touristen
Besuch von drüben

Immer mehr Festland-Chinesen kommen nach Hongkong. Dies lässt die lokalen Investoren in Verzückung geraten. Das Potenzial der Festland-Chinesen, in Hotels zu übernachten, Luxusgüter zu kaufen und in Eigentum zu investieren, wird Firmenvermögen in die Höhe treiben – wider alle Vernunft. Und der Aktienmarkt eilt bereits voran, in Erwartung künftiger Gewinne.

Am Freitag schloss der Hang Seng Index bei 11 170,60 Punkten. Das sind rund 11 % Gewinn in einem Monat. Diese Erholung erscheint umso beeindruckender, wenn man berücksichtigt, dass im April, auf dem Höhepunkt des SARS-Ausbruchs, der Aktienmarkt mit der Marke von 8 500 Punkten flirtete.

Laut Fondsmanagern verteuern die kürzlichen Einnahmezuwächse die Aktien nicht zwangsläufig. „Der Markt hat sich im Moment von einem sehr billigen Niveau auf ein relativ neutrales Niveau bewegt,“ sagt David Cheung, Investment Director in Hongkong für die britische Prudential Asset Management. Die Aktien in Hongkong gehen seit Ende April stetig nach oben, aber die steilsten Gewinne kamen im letzten Monat, was mit der Lockerung der Visaeinschränkungen für Besucher vom Festland Chinas zusammen hing. Jetzt dürfen Touristen aus chinesischen Städten auch individuell nach Hongkong reisen, anstatt als Teil einer Reisegruppe. Viele Festlands-Chinesen brauchen auch die Erlaubnis ihrer Arbeitgeber nicht mehr, wie es bisher erforderlich war.

Obwohl die offiziellen Statistiken vom August, dem ersten Gesamtmonat der gelockerten Reisebestimmungen, noch nicht verfügbar sind, gibt es auffällig mehr Festland-Chinesen – erkennbar an ihrem Akzent– in Hongkong. Im Juli begrüßte man 700 000 Besucher von dort, fast 25 % mehr als im Vorjahr. Einzelhändler wie Dickson Concepts, welcher einige Luxusuhren und Kleidungsmarken vertreibt, sahen in den letzten Wochen ihre Aktien steigen. Luk Fook, ein Juwelier, dessen Aktien auch gestiegen sind, sagt, dass 40 % seines Geschäftes an Festland-Chinesen geht. Einige Investoren meinen, eine gute Anlage seien die Firmen, die Immobilien besitzen, in denen Festland-Touristen einkaufen. Herr Cheung von Prudential empfiehlt hier Hysan Development, den größten kommerziellen Eigentümer im populären Causeway Bay District. Außerdem bevorzugt er Wheelock auf Grund seines 48 %-Eigentums an der Hafenanlage und des großem Grundbesitzes im Tsim Sha Tsui Shopping District. Sie alle verzeichneten einen starken Zuwachs in den letzten Wochen.

Einige Investoren konzentrieren sich nicht so sehr auf die wachsende Anzahl der Festland-Touristen, sondern auf die Geschäftsleute, die ebenso in größeren Zahlen ankommen. Sie glauben, dass dies zu erhöhten Verkäufen von Apartments führen könnte. Franklin Lam, Immobilien-Analyst bei UBS, weist darauf hin, dass sich die Zahlen der Festland-Touristen dieses Jahr wahrscheinlich mehr als verdoppeln werden, nachdem sie sich letztes Jahr schon verdoppelten.

So gelte das gleiche für die Geschäftsleute. Vergangenes Jahr begrüßte Hongkong 2,3 Millionen aus China, verglichen mit nur 1,2 Millionen Touristen. Zählen wir noch die 2,4 Millionen Festlandbesucher der „anderen“ Kategorie hinzu – hauptsächlich solche mit Transitvisum, das meist leichter zu erhalten ist – so nähern sich Geschäftsbesuche vom Festland der 5-Millionen-Marke.

Herr Lam erwartet deshalb, dass die Geschäftsbesuche noch steigen werden. Analysten sagen, dass Hotel-Aktien im Mittelklassebereich von dieser Touristen-Glücksquelle profitieren werden. Die Auswahl der Bank of China lautet deshalb: Regal Hotels International Holdings, Harbour Center Development, die die Marco Polo Hotels führen, Asia Standard Hotel Group, die Empire Hotel besitzen, Associated International Hotels, Miramar Hotels & Investment, und Far East Hotels & Entertainment.

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