Im deutschen Technologieindex spielt Kontinuität kaum noch eine Rolle – Der Anleger profitiert davon
Der beständige Wechsel tut dem TecDax gut

Das bisher schon muntere Wechselspiel im TecDax nimmt einen neuen Dimension an: Mit SAP SI, Repower, FJH und SCM Microsystems müssen bei der nächsten Index-Überprüfung am 3. September wohl gleich vier Unternehmen den Technologieindex verlassen.

FRANKFURT/M. Die Zahl derjenigen Gesellschaften, die seit der Einführung des Börsenbarometers am 24. März 2003 damit ihren Platz haben räumen müssen, schwillt somit auf zehn an. Ein Drittel aller 30 TecDax-Unternehmen wäre dann innerhalb von nur 18 Monaten ausgetauscht worden. Zum Vergleich: In dem Aushängeschild der Deutschen Börse, dem Deutschen Aktienindex (Dax), gab es in den bislang 16 Jahren seines Bestehens nur 21 Wechsel.

Ist der TecDax damit nun kein aussagekräftiger Index mehr, nur weil ihm die Kontinuität eines Dax oder MDax fehlt. Mitnichten! Schließlich dürfte den vier anfangs genannten Wackelkandidaten kaum ein Anleger eine Träne nachweinen. Zu sehr haben Repower, FJH und SCM zuletzt enttäuscht. Und zu uninteressant sind die Papiere von SAP SI geworden, seitdem bekannt wurde, dass sich SAP die einst ausgelagerte Tochter wieder einverleibt. Damit reihen sich diese Unternehmen nur unter denjenigen ein, die bislang ihren Platz räumen mussten und die ebenfalls niemand vermisst.

Für den Anleger zeigt der ständige Wechsel hingegen vor allem eines: Investitionen in Tech-Werte sind zum Großteil keine Langzeitanlage. Sie bedürfen der ständigen Überprüfung und des umgehenden Handelns, sobald ein Einbruch droht. Ein Aussitzen eines Problems wie bei den Standardwerten kann zum Totalverlust führen.

Andererseits rücken durch die ständige Veränderung neue interessante Werte viel schneller in den Blickpunkt. Sie machen nicht nur den Index attraktiver, sie steigern auch neues Interesse an Tech-Werten als solche. Denn mit Funkwerk, Bechtle, Morphosys oder dem eventuellen Rückkehrer Medigene stehen interessante Anwärter vor der Tür, die das Niveau des TecDax zweifellos heben würden. Deren zuletzt gute Quartalszahlen gepaart mit vielversprechenden Zukunftsprognosen bieten durchaus eine Chance, dass es mit dem zuletzt schwer gebeutelten TecDax wieder nach oben geht. Immerhin beträgt der Verlust seit Beginn des zweiten Halbjahres inzwischen rund 20 Prozent.

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