Immobilienaktien wie IVG sind heimliche Stars
Nur Substanz zählt

In der Krise sehnen sich die Anleger nach Sicherheit. Kein Wunder, dass sich Immobilienaktien seit Ende der Börsenhype zu den heimlichen Stars der Aktienmärkte entwickelt haben. Frei nach dem Motto „Substanz zählt“ vertrauen viele Anleger auf harte Werte.

DÜSSELDORF. Auch das verstärkte Auftreten von Finanzinvestoren auf den Immobilienmärkten, angeführt von US-Fonds, verdeutlicht das gestiegene Interesse. Denn gleichzeitig beginnt sich der Markt für Büro- und Gewerbeimmobilien langsam zu erholen. Einer der Gewinner dieser Entwicklung ist Deutschlands größter börsennotierter Immobilienkonzern, die Bonner IVG, ein Spezialist für hochwertige Gewerbeimmobilien. Aber auch Deutsche Wohnen, Agiv, TAG oder Deutsche Euroshop gelten als attraktive Substanzwerte.

Das vergleichsweise gute Abschneiden von Immobilienaktien spricht für sich. Während der Euro Stoxx 50 Return Index seit Ende des Börsenbooms im Frühjahr 2000 fast die Hälfte seines Wertes einbüßte, legte der EPRA-Total-Return-Index, in dem die 70 wichtigsten europäischen Immobilienaktien zusammengefasst sind, im gleichen Zeitraum um fast 80 Prozent zu. Dies gilt auch für das laufende Jahr: Europäische Aktien legten, gemessen am Euro Stoxx 50 Index, nur um drei Prozent zu. Europäische Immobilienaktien gewannen, gemessen am EPRA Total Return Index, mehr als 20 Prozent an Wert. Wegen des niedrigeren Risikos im Vergleich zu anderen Aktien eignen sich Immobilienaktien für den langfristigen Vermögensaufbau – eine Binsenweisheit, die sich herumgesprochen hat.

Und es kommt noch besser: Insbesondere deutsche Immobilienaktien werden künftig möglicherweise noch interessanter. Die Einführung von Real Estate Investment Trusts (Reits) in Deutschland steht kurz bevor. Im Ausland ist diese Spezialform von börsennotierten Immobiliengesellschaften gang und gäbe. Sie bietet handfeste Vorteile: Die Reits werden selbst nicht besteuert, müssen aber höhere Dividenden ausschütten. Die Besteuerung erfolgt beim Anleger. Für deutsche Immobilien-AGs ist das Fehlen dieser Rechtsform bislang ein Wettbewerbsnachteil, da sie im Gegensatz zu ausländischen Reits weiterhin Ertragsteuern zahlen müssen. Durch die Einführung von deutschen Reits würde daher ein wesentlicher Nachteil im Wettbewerb um internationales Anlagekapital beseitigt. Die Börse hat eine Nase für solche Trends. Von der Diskussion um die Reits profitiert bereits die Aktie der IVG, wie Analysten bestätigen.

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