Immobilienfonds Grundbesitz-Invest: Nicht zu früh wechseln

Immobilienfonds Grundbesitz-Invest
Nicht zu früh wechseln

DÜSSELDORF. Morgen erfahren die Anleger das Ergebnis der Neubewertung der Liegenschaften des offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest. Der Fonds war am 13. Dezember 2005 eingefroren worden, nachdem Anleger wegen der angekündigten Neubewertung aus dem Fonds geflohen waren.

Fondsanbieter DB Real Estate wird das Bewertungsergebnis aufgeschlüsselt nach In- und Auslandsgebäuden veröffentlichen. So wird ersichtlich, inwieweit Aufwertungen in gut laufenden europäischen Märkten Abwertungen in Deutschland kompensieren. Am aktuell etwa sechs Mrd. Euro umfassenden Immobilienvermögens hat das Deutschland-Portfolio einen Anteil von zwei Dritteln und wurde während des am 30. September 2005 endenden Geschäftsjahres um 3,9 Prozent abgewertet. Ausländische Gebäude wurden um ein Prozent aufgewertet.

Doch wie sollen Anleger auf das Bewertungsergebnis reagieren? Ganz gewiss gibt es die Gruppe der Wütenden, die der Deutschen Bank die unterlassene Hilfeleistung für den Fonds nicht verzeihen und sich von ihren Anteilen bei der Öffnung am Freitag auf jeden Fall trennen. Ihr Handeln ist verständlich, aber irrational. Und für den Fonds ist es sehr gefährlich, falls die Deutsche Bank keine unbeschränkte Liquiditätsgarantie für ihren Fonds abgibt. Verzichtet die Bank auf diese Garantie, sollten Anleger, die jederzeit an ihr Geld kommen wollen, sofort aussteigen. Denn sie können nicht kalkulieren, ob die liquiden Mittel ausreichen, den Fonds vor einer erneuten Schließung zu bewahren. Ihnen bleibt die von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann angebotene Entschädigung für Verluste einschließlich des Agios,wobei Ausschüttungen berücksichtigt werden.

Gibt die Deutsche Bank eine Liquiditätsgarantie ab, spricht – so paradox es klingt – eine hohe Abwertung des Deutschland-Portfolios für den Verbleib im Fonds. Warum? Der Verlust aus der Abwertung wird ausgeglichen. Je höher die Abwertung, desto unwahrscheinlicher sind weitere, renditezehrende Abwertungen. Die Mietrenditen waren bisher mit rund sechs Prozent anständig. Die allmähliche Erholung des deutschen Immobilienmarktes spricht dafür, dass das Niveau der Mietrendite nicht gravierend sinkt. Eine Markterholung eröffnet sogar die Chance auf renditesteigernde Aufwertungen.

Allerdings sollte eine hohe Abwertung des Deutschland-Portfolios des Grundbesitz-Invest die Anleger anderer deutschlandlastiger Fonds, wie sie von Deka Immo-Invest, Difa, Degi und iii Investments angeboten werden, ins Grübeln bringen. Die Kunden sollten von diesen Anbietern Auskunft verlangen, ob – und in welchem Umfang – die Gesellschaften mit Abschreibungen auf das deutsche Vermögen rechnen.

Auf jeden Fall lohnt ein Vergleich des eigenen Fonds mit Konkurrenzprodukten. Vor einem Wechsel sollte bedacht werden, dass wegen des Agios selbst mit einem Spitzenfonds frühestens im zweiten Jahr Geld zu verdienen ist.

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