In ihren Prognosen für 2004 unterscheiden sich die Strategen kaum Unverzagte Analystenherde

In ihren Prognosen für 2004 unterscheiden sich die Strategen kaum. Erst in den Nuancen lassen sich Abweichungen feststellen, wenn es beispielsweise um die Zukunftsaussichten der Tech-Werte geht oder darum, ob eine Überhitzung in China droht.

FRANKFURT/M. Es findet sich im Moment kaum ein Marktstratege, der in seinem Ausblick für 2004 nicht vorhersagt: Aktien laufen in diesem Jahr besser als Renten, der europäische Aktienmarkt ist dabei der Wall Street vorzuziehen, im ersten Halbjahr geht es steiler bergan als im zweiten, Schwellenländer werden das Modethema 2004 sein, Gold wird seine Beliebtheit nochmals steigern und wenn Gefahr für die Märkte droht, dann vor allem von einem niedrigen Dollar. Wer unterschiedliche Ansichten sucht, der muss schon in die Nuancen gehen. Erst da lassen sich Abweichungen feststellen, wenn es beispielsweise um die Zukunftsaussichten der Tech-Werte geht oder darum, ob eine Überhitzung in China droht.

Spätestens jetzt müssten allerdings bei vielen Anlegern die Alarmglocken schrillen. Sich auf den Herdentrieb der Analysten zu verlassen, war schließlich gerade seit der Börsenblase im Jahr 2000 eine schlechte Vorgehensweise. So wurde von vielen Strategen in jedem Jahr seit Beginn des neuen Jahrtausends ein konjunktureller Aufschwung für die zweite Jahreshälfte prophezeit, um nur ein Beispiel zu nennen. Gekommen ist es stets anders, entsprechend groß war die Sehnsucht der Investoren nach differenzierten Meinungen und Strategien. Nur die gibt es für das gerade angelaufene Jahr genauso wenig wie in den Vorjahren.

Dabei gibt es auch diesmal wieder gute und durchaus nachvollziehbare Gründe, dass es so kommen wird wie vorhergesagt. Die stützen sich vor allem auf den Optimismus, mit dem das abgelaufene Jahr zu Ende ging. Das ging als „Jahr der Erholung“ in die Geschichtsbücher der Börse ein – nun soll es auch in der richtigen Wirtschaft wieder nach oben gehen. In einem solchen Umfeld muss man kein Prophet sein, um Aktien eine bessere Zukunft als Anleihen vorherzusagen.

Warum bleiben dann aber so viele Experten positiv für Gold gestimmt? Hat die stets als Krisenwährung titulierte Anlage nicht zuletzt einen immensen Höhenflug hinter sich, der ähnlich wie der bei Anleihen nun zur Vorsicht mahnen müsste? Die Antwort kann nur lauten: Unwägbarkeiten wie Terrorgefahr oder Vogelgrippe wird es auch weiterhin geben. Und die verlangen nach einer Absicherung. Zu oft kam es schließlich in den letzten Jahren anders als vermutet.

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