Interessante Nachrichten kommen in den nächsten Wochen auf die Anleger zu
Die Börse geht nicht in die Ferien

FRANKFURT/M. Am Finanzplatz Frankfurt weitgehend unbemerkt haben in der vergangenen Woche in fünf Bundesländern – vor allem in Nord- und Ostdeutschland – die Sommerferien begonnen. In der kommenden Woche kommen fünf weitere Länder hinzu. Für Börsianer bedeutete dies in der Vergangenheit: stagnierende Umsätze, wenig Umsätze, wenig Stress. Oder anders ausgedrückt: Ferien auch an der Börse. Und das meist bis Anfang September, wenn auch die Bayern und Baden-Württemberger wieder zu Hause waren.

Das dürfte in diesem Jahr anders sein und könnte durchaus eine Parallele zum vergangenen Jahr darstellen, als der Deutsche Aktienindex (Dax) von Ende Juni bis Anfang September ein Plus von 16 Prozent schaffte. Allerdings sind die Ursachen nur bedingt vergleichbar: Damals hatten die Aktienmärkte nach dem drastischen Einbruch im Vorfeld des Irak-Kriegs erheblichen Nachholbedarf. Ein Run auf Aktien war die Folge.

Diesmal könnte die Masse hochinteressanter Nachrichten, die in den nächsten Wochen und Monaten anstehen, der Grund sein, warum es erneut bergan geht. Dieses Szenario ist umso wahrscheinlicher, weil die führenden Märkte weltweit schon seit längerem stagnieren. Der Deutsche Aktienindex (Dax) tendiert beispielsweise noch immer auf dem Niveau vom Jahresanfang, der Dow Jones liegt sogar darunter.

Los geht es bereits heute mit der am Abend erwarteten Leitzinserhöhung in den USA, die damit die Zinswende einläutet. Eigentlich müsste sie die Kurse belasteten. Etliche Strategen gehen jedoch davon aus, dass die Aktienmärkte dem trotzen und setzen statt dessen auf die morgen bereits beginnende Quartalssaison in den USA. Dort sollen erneut wachsende Unternehmensgewinne den erhofften Aufschwung unterfüttern. Für Reibungspunkte zwischen Bullen und Bären unter den Börsianern gibt es also reichlich Potenzial. Zumal sowohl steigende Zinsen als auch höhere Unternehmensgewinne kein eindeutiges Signal in die eine wie die andere Richtung liefern. Was ist, wenn der Zinsschritt anders ausfällt, als von den Anlegern erwartet? Und was ist, wenn die Gewinne wachsen, aber die Dynamik abnimmt?

Hinzu kommen die Unwägbarkeiten im Euro-Dollar-Verhältnis. Steht der Euro am Jahresende bei 1,17 US-Dollar, wie die BayernLB prophezeiht, oder bei 1,32 Dollar, wie die Experten der Hypo-Vereinsbank glauben? Die Konsequenzen für die Unternehmen und deren Aktien liegen auf der Hand. Gleiches gilt für den Rohölpreis, der zuletzt zurückging, aber erfahrungsgemäß in der Reisezeit steigt.

Fazit: Die Anleger können sich darauf einstellen, dass die Börse diesmal nicht in die Ferien geht.

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