Interessenten scharen sich um britische Bank Abbey
Objekt der Begierde

Wieder einmal schießen die Spekulationen um die britische Hypothekenbank Abbey National plc ins Kraut. Royal Bank of Scotland (RBS)-Chef Fred Goodwin schob am Donnerstag Gerüchten um ein Interesse seines Hauses einen Riegel vor: „Man würde uns nicht erlauben, sie zu kaufen.“ Damit war aber nur eine Diskussion um das interessanteste Überbleibsel des konsolidierten britischen Bankenmarktes beendet.

LONDON. Die zweite kam einen Tag später auf, weil sich offenbar einer der wichtigsten RBS-Partner, die spanische Santander Central Hispano, Abbey vor einiger Zeit angeschaut hatte.

Dem spannungsfreien Verhältnis der schottisch-spanischen Partnerschaft mag solches Gerede eher abträglich sein. Der Aktie der zweitgrößten britischen Spar- und Hypothekenbank Abbey bekam es aber gut. Das Papier stieg in wenigen Tagen um gut 5 % auf mehr als 440 Pence. Die jüngsten Entwicklungen ändern zwar nichts daran, dass sich die Aktie nach all den Hiobsbotschaften der vergangenen Jahre in der Nähe historischer Tiefs befindet. Sie zeigt aber, dass das Papier noch eine andere Richtung kennt als nach unten.

Weitere Spekulationen sind nur eine Frage der Zeit. Abbey, wie sich das Institut nach einer elf Millionen schweren Marktkampagne nur noch nennt, bleibt verwundbar. Die nach Vermögenswerten sechstgrößte britische Bank hatte sich mit der Expansionsstrategie ihres früheren Chefs Ian Harley in das Großkundengeschäft massiv verhoben. Harley musste gehen. Nachfolger Luqman Arnold ist seit seinem Amtsantritt im Oktober 2002 damit beschäftigt, die Scherben aufzukehren. Zwar kehrte das Institut nach zwei Jahren mit dreistelligen Millionenverlusten mit den jüngsten Quartalszahlen wieder in den positiven Bereich zurück. Der Handelsgewinn im wichtigen Privatkundengeschäft fiel jedoch deutlich schlechter aus als erwartet. Und die verhaltenen Äußerungen Arnolds auf der Hauptversammlung ließen nichts Gutes für die Zukunft erwarten. Die schlechte Entwicklung könne sich „moderat“ auf das Gesamtjahr auswirken, sagte er. Abbey befindet sich mitten in einem dreijährigen Umbauplan. Bis Ende des Jahres will der 54-Jährige Abbey-Chef zählbare Erfolge in Form guter Ergebnissen sehen. Dass die Bank dies erreicht, ist sehr ungewiss. Die Bank kämpft gegen den Verlust von Marktanteilen im Hypothekengeschäft. Zudem verringern sich einst satte Margen, weil der Markt härter umkämpft wird.

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