Investoren: Nach dem starken September hoffen Anleger auf die Fortsetzung

Investoren
Nach dem starken September hoffen Anleger auf die Fortsetzung

In fast allen Anlageklassen machten Investoren in den letzten drei Monaten Gewinn. Das kann, muss aber nicht so weitergehen. Gerade weil die Märkte an dem Punkt stehen, wo unklar ist, ob sich die Erholung weiter fortsetzen wird, steigt die Spannung.
  • 0

FRANKFURT. Vier Handelstage noch in dieser Woche, dann ist auch das dritte Quartal vorbei. Die für Investoren so großartige Zeit, in der sie nahezu mit keiner Anlageklasse etwas verkehrt machen konnten, muss jedoch zumindest kurzfristig noch nicht vorbei sein. Das jedenfalls glauben Experten, die im Schlussquartal, das am Freitag beginnt, vorerst weiter an den Spagat zwischen Risiko und Sicherheit glauben. Angefeuert von hoher Liquidität werden die Anleger auch dann zwischen beiden Extremen hin- und herpendeln.

Von einer „Wellblechkonjunktur“ sprechen deswegen die Volkswirte der Helaba, eine Fortsetzung der „Schaukelbörse“ erwarten die Strategen der Landesbank Berlin (LBB) bei Dax und Euro Stoxx 50. Die von vielen Richtungswechseln geprägte Börse wäre damit noch nicht zu Ende. Dass sich gerade diese Woche daran etwas ändern soll, ist äußerst unwahrscheinlich. Zu gering ist das voraussichtliche Nachrichtenaufkommen, zu sehr die Blicke schon in das vierte Quartal gerichtet. Das bringt traditionell in den Monaten Oktober und November steigende Kurse, die indes nicht alle Experten in diesem Jahr für möglich halten.

Skeptiker sehen den Dax bis Jahresende unter 6000 Punkten

Die Prognosen der Fondsgesellschaft Deka sehen den Dax am Jahresende bei 5 900 Punkten, die der Helaba gar bei 5 700 Zählern. Zwar gehen die meisten ihrer Wettbewerber im Vergleich zu den 6 200 Punkten vom Wochenschluss eher von leicht steigenden Indexständen aus. Beim Potenzial nach oben will sich aber auch niemand besonders stark aus dem Fenster lehnen. Bei 6 400 Punkten haben auch die Optimisten die Obergrenze erreicht.

Gerade weil die Märkte im Moment an dem Punkt stehen, wo unklar ist, ob sich die Erholung weiter fortsetzen wird oder eher ein weiterer Rückschlag droht, macht es für Anleger so spannend. Und führt dazu, dass im ablaufenden Quartal sowohl die risikoreiche Anlageklasse Aktien als auch die von sicherheitsorientierten Investoren bevorzugten Bonds und Gold deutlich zugelegt haben. Sogar der Euro, um den es vor vier Monaten noch ganz schlecht bestellt war, hat sich erholt, so dass ihm für die Zukunft gar noch mehr zugetraut wird.

Trotz weniger Daten in dieser Woche erhoffen sich Investoren jedoch Aufschlüsse darauf, ob bald die Zeit der „Schaukelbörse“ zu Ende geht. Dem Konsumklimaindex der Nürnberger Meinungsforscher von der GfK kommt dabei am Dienstag eine nicht unerhebliche Rolle zu. Erweist sich der deutsche Konsument, der seit Jahren die Erwartungen enttäuscht, urplötzlich als Stabilisator in einer noch immer unsicheren Börsenwelt, wäre das ein Indiz für einen Ausbruch nach oben. Viele Einzelhändler erwarten bereits das beste Weihnachtsgeschäft seit Jahren.

Die Einkaufsmanager in Chicago spielen eine entscheidende Rolle

Dem gegenüber steht als zweiter wichtiger Indikator am Donnerstag der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago. Daraus können Ökonomen dann herauslesen, wie die Lage im ganzen Land ausfallen wird.

Nachdem in der abgelaufenen Woche bereits der Einkaufsmanagerindex für das deutsche verarbeitende Gewerbe enttäuscht hat, gibt es jetzt am Markt nicht wenige, die das auch für die USA prophezeien. Wenn in den wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt die Industrie weniger bestellt, dann sind die Weichen für eine konjunkturelle Abkühlung nach den sehr heißen Monaten zuletzt gestellt. Die Frage wird dann sein, in welche Anlageklasse die weiter sehr hohe Liquidität fließen wird, wenn plötzlich wieder mehr Sicherheit gefragt ist.

Kommentare zu " Investoren: Nach dem starken September hoffen Anleger auf die Fortsetzung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%