Karstadt-Quelle ist ein Wackelkandidat in jedem Depot
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An der Börse ist der Vorstandswechsel bei Karstadt-Quelle zunächst positiv aufgenommen worden. Mit Kaufempfehlungen halten sich die Finanzauguren allerdings weiter zurück.

DÜSSELDORF. Man kennt es aus der Fußball-Bundesliga: Gerät ein Verein in Abstiegsgefahr oder wird er auch „nur“ Vizemeister, ruft das Präsidium gerne mal den Neuanfang aus. Und diesen geht der Verein in aller Regel mit einem neuen Trainer an, nachdem man sich vom alten „in gegenseitigem Einverständnis“ getrennt hat.

Was im Sport recht ist, ist in der Wirtschaft nur billig, dachte sich jüngst der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle. Nach drei Jahren mit Umsatzrückgängen und zuletzt wieder roten Zahlen entschied sich der Aufsichtsrat für einen Wechsel an der Spitze. Zum 31. Mai scheidet Vorstandschef Wolfgang Urban „aus gesundheitlichen Gründen“ – irgendwie also im gegenseitigen Einverständnis – aus dem Unternehmen aus. Zum Verhängnis wurde ihm unter anderem die gescheiterte Einkaufspolitik mit vermeintlichen Verstärkungen wie den Beteiligungen am Sportsender DSF oder an der Kaffeekette Starbucks.

An Stelle von Urban gibt künftig Christoph Achenbach die Kommandos bei Europas größtem Warenhaus- und Versandhändler. An der Börse wurde der Wechsel zunächst positiv aufgenommen. Seit Bekanntgabe der Entscheidung hat die Karstadt-Aktie rund zehn Prozent an Wert gewonnen. „Kurzfristig dürfte die Nachrichtenlage die Aktie unterstützen“, heißt es auch übereinstimmend in verschiedenen Analystenkommentaren der vergangenen Tage. Mit Kaufempfehlungen halten sich die Finanzauguren allerdings weiter zurück. Zwar erhoffen sie sich von Achenbach eine strategische Neuausrichtung des Konzerns. Die Schwere dieser Aufgabe dämpft jedoch den Optimismus der Analysten.

Die Zahlen für das erste Quartal zeigen deutlich, vor welcher Herkulesaufgabe Achenbach steht. Verglichen mit den ersten drei Monaten des Vorjahres ging der Umsatz von Karstadt-Quelle um mehr als vier Prozent zurück. Unter dem Strich vervierfachte sich der Fehlbetrag auf 110 Millionen Euro. Und für das Gesamtjahr sehen die Aussichten nicht viel besser aus. Bei einem positiven Verlauf werde der Umsatz nur geringfügig zurückgehen und das operative Ergebnis deutlich über den neun Millionen Euro des Vorjahres liegen, hieß es bei der Verkündung der Quartalszahlen.

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