Kaum Aussicht auf eine schnelle Verwendung als Ersatzstoff für Platin
Palladium bleibt unsicher

Palladium ist so teuer wie seit 15 Monaten nicht mehr. Letzte Woche kletterte das weiße Edelmetall zeitweise auf über 280 Dolar pro Unze und schraubte seine Zugewinne für dieses Jahr damit auf mehr als 40 Prozent

KAPSTADT.Dennoch mahnen Experten vor überzogenen Erwartungen: Selbst wenn es in der Autoindustrie tatsächlich zu einer graduellen Substitution des derzeit mehr als dreimal so teuren Platins durch sein Schwestermetall Palladium käme, würde sich ein solcher Prozess über Jahre hinziehen und eine schnelle Hausse nicht rechtfertigen. Spekulationen, wonach Automobilhersteller für die Katalysatorproduktion verstärkt Palladium einsetzen könnten, hatten den Palladiumpreis von wenig mehr als 180 $ im Januar auf sein gegenwärtiges Hoch getrieben. Am Wochenende notierte der Preis bei 270 $ pro Unze.

Den Produzenten, allen voran den Russen, die Zweidrittel allen Palldiums fördern, kommt der aktuelle Anstieg nach Ansicht der Edelmetallexperten von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt nicht ungelegen. Sie halten sich gegenwärtig mit Verkäufen zurück und tragen damit zum Aufschwung bei. Aber auch einige Investoren setzen offenbar auf weiter steigende Preise: „Die Netto-Long-Position in Palladium an der Warenterminbörse in New York lag Anfang März so hoch wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. Vor allem Hedge Fonds decken sich derzeit vermehrt mit Palladium ein.

Der Positionsaufbau an den Terminmärkten scheint jedoch übertrieben, gibt auch John Reade von UBS in London zu bedenken. Denn anders als bei Platin seien Angebot und Nachfrage bei Palladium längst nicht so robust. Zum einen hat Russland seine Fördermenge im letzten Jahr auf 6,3 Mill. Unzen erhöht und damit ein Überangebot von rund 70 000 Unzen geschaffen. Zum anderen konnten die Verbraucher von Palladium in der Vergangenheit selten mit einer stabilen Produktion und geregelten Lieferungen aus Russland rechnen. Platin stammt dagegen vornehmlich aus Südafrika, das über 70 % der Weltnachfrage deckt und bislang als verlässlicher Lieferant gilt.

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