Konzerne mit stetiger Ausschüttungspolitik werden von den Investoren oft zu Unrecht vernachlässigt: Dividendenstarke Titel sind eine lohnende Investition

Konzerne mit stetiger Ausschüttungspolitik werden von den Investoren oft zu Unrecht vernachlässigt
Dividendenstarke Titel sind eine lohnende Investition

Die Dividende ist wieder in Mode gekommen - zumindest bei den großen Aktiengesellschaften. Auch in Europa haben die Unternehmen ihre Dividendenzahlungen so kräftig erhöht wie seit Jahren nicht mehr.

DÜSSELDORF. Allein die führenden US-Konzerne haben 2003 Jahr die Rekordsumme von 155 Mrd. Dollar in Cash an ihre Aktionäre ausgezahlt, darunter erstmals auch der Softwarekonzern Microsoft. Auch in Europa haben die Unternehmen ihre Dividendenzahlungen so kräftig erhöht wie seit Jahren nicht mehr. Doch Anleger scheint das bisher kalt zu lassen: Wachstumswerte, bei denen wegen minimaler oder ganz fehlender Gewinne an Dividende gar nicht erst zu denken ist, haben wieder einmal das Rennen gemacht. Die Aktien von Freenet, Mobilcom und Micronas haben altmodische Dividendenzahler wie RWE, BASF oder VW wieder klar überflügelt. Bargeld lacht, doch kaum einer will es haben.

Was wohl viele nicht wissen: Langfristig schneiden solide Dividendenzahler nicht nur besser ab als die Überflieger des Technologie- und Wachstumssektors, sie überholen auch die festverzinslichen Wertpapiere. 10 000 Dollar, im Jahr 1982 in den S&P 500 Index der 500 größten US-Unternehmen investiert, hätten bereits nach zehn Jahren höhere jährliche Renditezahlungen abgeworfen, als wenn die gleiche Summe in die Komponenten des umfassenden Bond-Index von Lehman Brothers gesteckt worden wäre, haben Experten errechnet. Dieser Effekt rührt daher, dass Anleihezinsen über die Laufzeit fest bleiben, während gut geführte Unternehmen ihre Dividenden regelmäßig erhöhen. Eine eher mager aussehende Rendite von 3% kann sich auf Grund steter Dividendenerhöhungen schnell verdoppeln. Und zum Einstieg ist es noch nicht einmal zu spät: Gerade weil solide Standardwerte mit vorzeigbarer Dividende bei der jüngsten Rally zurückgeblieben sind, können Schnäppchenjäger noch fündig werden.

Die Auswahlkriterien sind dabei auch für Anfänger nicht allzu schwierig: Das Unternehmen sollte eine gewisse Größe haben, schon lange im Geschäft sein und über Jahre die Dividende stetig erhöht haben. Auch sollte es positive Geschäftsaussichten vorweisen und genug Cash Flow haben, um die Dividende locker aus seinen Kassenbeständen bezahlen zu können und immer noch Geld für Forschung und Entwicklung übrig zu haben. Geringe Abhängigkeit von Konjunktur-Zyklen ist ein Plus. Bei konjunkturabhängigen Werten besteht nämlich das Risiko, dass die Dividende in schlechten Zeiten plötzlich gestrichen wird. Als akzeptabel können beim gegenwärtigen niedrigen Zinsniveau Dividenden ab 2,5% gelten.

Gerade unter der „Old Economy“, also in traditionellen Branchen, sind solide Dividendenzahler zu finden, wie etwa unter Versorgern, Industrie-Unternehmen, ausgewählten Finanzwerten und auch einigen Einzelhandelstiteln. Die Energieversorger Eon und RWE locken derzeit beide mit einer Dividendenrendite um die 3,3%. Beim Chemiekonzern BASF sind es 3,1%. Interessante Dividendenrenditen haben auch die Einzelhandelsketten Douglas (3,75%) und Fielmann (3,4)%, aber auch hier ist das Risiko, dass die Dividende bei schlechter Konjunktur gekürzt wird, etwas höher. Ein Geheimtipp kommt von Vermögensverwalter Georg Thilenius in Stuttgart: Die Industrie-Kreditbank (IKB) wirft derzeit eine Dividendenrendite von 4,15% ab. Schon seit Jahrzehnten erhöht die IKB regelmäßig die Dividende.

Übrigens - gute Dividendenzahler dürften 2004 Jahr auch ihren Rückstand in der Kursentwicklung wettmachen. Sobald Wachstumswerte erste Schwächen zeigen, dürften Anleger vermehrt in die soliden Titel umsteigen.

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