Lebensversicherungen
Fondsgebunden lohnt nicht

Mit Sparbuch, einer Lebensversicherung und vielleicht noch ein paar Staatspapieren können Sparer ihre wachsende Rentenlücke nicht mehr ohne weiteres füllen. Anleger brauchen auch Aktien, um ihre Gesamtrendite während der Ansparphase aufzubessern. Doch vielen Sparern fallen die Nachteile leider erst zu spät auf.

DÜSSELDORF. Entsprechend finden fondsgebundene Lebensversicherungen regen Zulauf. Ihr Anteil am Neugeschäft ist innerhalb von zehn Jahren von vier auf mehr als 20 Prozent gestiegen. .

Was Anleger lockt: Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung legt der Versicherer einen deutlich größeren Anteil der Sparbeiträge in Aktienfonds an als bei einer klassischen Lebensversicherung. Entsprechend höher sollte am Ende die Rendite ausfallen. Vorausgesetzt, es geht an den Aktienmärkten weiter so aufwärts wie in den vergangenen 30 Jahren.

Zur Freude der Branche belegen Berechnungen, dass das Aktiensparen über eine fondsgebundene Lebensversicherung sogar steuerlich günstiger sein kann als ein normaler Fondssparplan. Denn die Kursgewinne und Dividenden werden in einer fondsgebundenen Lebensversicherung während der Ansparphase überhaupt nicht besteuert. Zum Auszahlungstermin sind die Erträge dann nur beschränkt steuerpflichtig. Das soll nach den jüngsten Beschlüssen in Berlin auch so bleiben. Dagegen langt der Fiskus beim freien Fondssparen schon in der Ansparphase Jahr für Jahr zu: Dividenden werden besteuert, bald wohl leider auch die Kursgewinne – Stichwort Abgeltungsteuer.

Die neue Steuer, die nach den derzeitigen Plänen sämtliche Kapitalerträge inklusive der Kurssteigerungen mit 25 Prozent belegen soll, macht das Fondssparen deutlich weniger attraktiv. Besonders Gutverdiener würden mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung besser fahren als mit einem Fondssparplan, haben Finanzexperten berechnet, weil sie den Zinseszinseffekt in der Ansparphase voll nutzen können und in dieser Zeit von Zugriffen des Fiskus verschont bleiben.

Doch stattdessen zweigt sich leider der Versicherer seinen Teil ab. Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung fallen so viele Gebühren an, dass sie häufig 20 Prozent der Sparbeiträge auffressen. Dazu kommen noch die Kosten der Fonds, in die das Geld angelegt wird. Sie fallen in den Beispielrechnungen der Versicherer meistens unter den Tisch. Hinzu kommt: Gerade in den ersten fünf Jahren, in denen jeder gesparte Euro besonders hohe Zinseszinseffekte bringt, schlagen Abschlussgebühren und Provisionen kräftig zu Buche.

Der magere Steuervorteil, der nach Abzug all dieser Kosten noch übrig bleibt, wiegt meist die übrigen Nachteile einer fondsgebundenen Lebensversicherung nicht auf. Sie garantiert – anders als die klassische Lebensversicherung – keine Mindestverzinsung, ist unflexibel und häufig steckt der Versicherer Fonds der eigenen Gesellschaft hinein und nicht etwa die besten am Markt. Da ist der Fondssparplan oft besser.

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