Mehr Transparenz bei Immobilienfonds ist von Vorteil
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Aus Krisen können Menschen lernen. Ein solcher krisenbedingter Lernprozess sollte nun bei den Managern offener Immobilienfonds einsetzen. Denn die Probleme beim Deka-Immobilienfonds haben die Vermittler von offenen Immobilienfonds wie auch ihre Kunden, die Anleger, misstrauisch gemacht.

HB DÜSSELDORF. Die Anleger flohen in den vergangenen Wochen in Scharen aus dem Deutschland-Fonds der Deka Immobilien Investment, und zwar nicht nur, weil die Rendite in den Keller sackte und zudem ein Geschäftsführer unter Korruptionsverdacht steht. Vielmehr verunsicherte ein externes Gutachten zusätzlich, weil es Abwertungsbedarf für einen Teil der Fondsimmobilien feststellte.

Prompt wurde die Diskussion darüber, welche Informationen ein Anleger fairerweise erhalten sollte, um seine Anlageentscheidung überprüfen zu können, hitziger. Die neue Deka-Führung sorgte für zusätzliches Feuer. Gegenüber „Fondstelegramm“-Herausgeber und Branchenkritiker Stefan Loipfinger kündigte sie die Veröffentlichung von Kaufpreisen, Verkehrswerten und tatsächlich gezahlten Mieten an. Ein Vorstoß in eine neue Transparenz- Dimension. Ob das Deka-Management nun zurückrudert oder nicht – diese Informationen zu veröffentlichen ist richtig.

Wie stichhaltig sind die Argumente anderer Investmentgesellschaften, die es rechtfertigen sollen, diese Informationen nicht zu veröffentlichen? Argument Nummer eins: Wer Verkehrswerte und Mieten veröffentlicht, nimmt sich selbst die Chance, bessere Abschlüsse zu erzielen. Dagegen spricht, dass potenzielle Mieter und Käufer von Fondsobjekten diese Daten in der Regel ohnehin auch jetzt schon vor Verhandlungsbeginn weitgehend kennen. Schließlich verfügen Maklerunternehmen über umfangreiche Datenbanken, in denen Transaktionspreise für Objekte und Mietpreise in jedem größeren Objekt abgespeichert sind. Diese Daten geben sie anonymisiert an ihre Auftraggeber weiter. „Preise und Mieten sind immer noch Verhandlungssache, der Verkehrswert ist kein Preisdiktat“, stellt Peter Rösler, Geschäftsführer des Immobilienberaters Atis Real Müller nüchtern fest.

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