Mischfonds legen ihr Mauerblümchen-Image ab: Der Mix macht’s

Mischfonds legen ihr Mauerblümchen-Image ab
Der Mix macht’s

Private Anleger haben den Mischfonds schätzen gelernt. Das Jahrzehnte lang mit mäßigem Interesse gestrafte, aus Anleihen und Aktien gemischte Produkt schwamm im vergangenen Jahr auf einer Sympathiewelle.

FRANKFURT/M. Mehr als die Hälfte des neuen Geldes für Wertpapierfonds legten die noch immer von der Börsenbaisse frustrierten Anleger in Mischfonds an. Für die Mauerblümchen unter den Fondsgruppen, die sonst nur einen Bruchteil neuen Kapitals erhaschen, ist das ein beachtlicher Erfolg.

Vertriebsspezialisten erkennen darin das Geschick erfolgreicher Produktverkäufer. In einem Jahr, in dem Aktien- und Anleihekurse steigen, Anleger aber zum reinen Aktieninvestment keinen Mut zeigen, lassen sich Mix-Produkte gut verkaufen. „Das Jahr wirkt noch nach, da Anleger sich typischerweise prozyklisch verhalten“, sagt Harald Norbisrath, Vertriebsleiter für private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse, mit Blick auf die auch im Januar noch auffälligen Kapitalzuflüsse für Mischfonds. Die Fondsgesellschaften nutzten solche Gelegenheiten, so lange es gehe. Allerdings drohen Anleger nun, in die Pro-Zyklik-Falle zu tappen, falls die Kapitalmarktzinsen weiter klettern. Die in der Regel stark auf Anleihen setzenden Mischfonds dürften dann schlecht abschneiden.

Welches Kursrisiko Investoren mit einem Mischfonds eingehen, kann man in der Regel schlecht erkennen. Denn was sich hinter den oft schwammigen Namen der Mix-Portfolios verbirgt, lässt sich schwer ermitteln. Zwar bewegen sich die meisten Fondsmanager innerhalb relativ enger Anlagegrenzen. In der Regel dürften sie für 40 bis maximal 60 Prozent des Portfoliovermögens Aktien kaufen und den jeweiligen Rest in Anleihen investieren. Trotz dieser Schranken hängt der Erfolg eines Mischfonds vor allem davon ab, ob dessen Manager die Vermögensstruktur rechtzeitig auf aktuelle Trends trimmt.

Am besten schaffen dies Fondsverwalter, die kaum Beschränkungen ausgesetzt sind und den Aktien- und Anleiheanteil in ihrem Portfolio etwa zwischen zehn und 90 Prozent variieren dürfen. Derartige Mischfonds haben 2004 beeindruckende Wertzuwächse von zum Teil mehr als 30 Prozent erwirtschaftet – womit sie sogar die meisten Aktienfonds abhängten.

Auch langfristig halten die Zwitter-Fonds gut mit: Wer dreißig Jahre lang in einen Mischfonds einzahlte, erhielt jährlich eine Rendite von gut sieben Prozent, hat der Fondsverband BVI errechnet. In der Verkaufswerbung der Fondsgesellschaften spielte die Performance bisher aber kaum eine Rolle. Im Vorjahr lockten die Vertriebler vor allem sicherheitsorientierte Anleger mit dem Argument, dass Mischfonds im Vergleich zu anderen Produkten geringeren Schwankungen unterworfen sind.

Diese Strategie könnte sich als zu kurzsichtig erweisen, wenn die Aktienmärkte anziehen. Dann dürfte der Wunsch der Anleger, die Gewichtung ihrer Portfolios selbst zu bestimmen, wieder zunehmen. Mischfonds, die aufgrund des sehr freien Managements als intransparent gelten, könnten dann erneut in den Hintergrund gedrängt werden.

Für Anleger, die wenig Erfahrung haben oder nur geringe Summen sparen können, bleiben die Mix-Produkte aber eine gute Alternative. Auch sie sollten sich die Strategie eines Fonds jedoch genau anschauen. Gerade bei flexibel anlegenden Fonds variiert mit der Strategie auch das Risiko. So schwanken die Produkte zwischen fünf und 30 Prozent im Wert. Ratings, in die unter anderem die Wertentwicklung und -schwankung eines Fonds einfließen, helfen bei der Suche nach einem guten Produkt.

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