Mit niedrigeren Kosten könnte VW die Wende schaffen
Unter Zeitdruck

Die Nachrichten, die VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder in den vergangenen Monaten zu verbreiten hatte, haben Anleger nicht gerade dazu getrieben, sich auf die Aktie von Europas größtem Automobilkonzern zu stürzen.

FRANKFURT/M. Ertragsschwäche, Gewinnwarnung, Startprobleme beim ehemaligen Bestseller Golf, Marktanteilsverluste in China und den USA. Die Reaktion war entsprechend. Mit nicht einmal mehr 31 Euro tastete sich der Kurs in den vergangenen Wochen mehrmals empfindlich nahe an sein Fünf-Jahres-Tief heran. Jetzt droht zudem das Ausscheiden aus dem wichtigen Börsenbarometer Euro Stoxx 50.

Die Risiken sind bekannt, doch auf mittlere Sicht bietet das VW-Papier auch Chancen. Obwohl im aktuellen Tarifstreit ein Streik droht, wird der Konzern vom Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Beschäftigten profitieren: Moderate Lohnerhöhungen werden durch bessere und kostengünstige Reaktionsmöglichkeiten des Managements auf Nachfrageschwankungen und das Ausscheren aus dem teuren VW-Haustarif bei Neueinstellungen mehr als ausgeglichen werden. Das Ziel von VW-Personalchef Peter Hartz, bis 2011 an den deutschen Standorten 30 Prozent der Arbeitskosten einzusparen, ist extrem ambitioniert. Aber Hartz wird in dieser Tarifrunde voraussichtlich den Einstieg in eine dauerhafte Kostenreduzierung schaffen. Der Tarifstreit wird dem Unternehmen und damit der Aktie eher nutzen als schaden.

Dabei ist die Senkung der Personalkosten nur ein Bestandteil der Strukturerneuerung, die Pischetsrieder und sein Vorstandsgremium eingeleitet haben. Mit dem Sparprogramm ForMotion, das alle Bereiche des Konzerns erfasst, sollen in zwei Jahren mehr als vier Milliarden Euro gespart werden. Pischetsrieder geht es dabei nicht allein um niedrigere Kosten. Er will den Konzern modernisieren, schneller machen. Der Zeitdruck, der auf ihm lastet, ist hoch. Die Großwetterlage in der Automobilbranche deutet auf anhaltenden Sturm hin, in den VW mit deutlich höhere Kosten als die Konkurrenz geraten ist. Über höhere Verkaufspreise ist das momentan nicht wett zu machen. Im Gegenteil: Die Preise werden tendenziell eher sinken. Die Reaktionszeit ist begrenzt. So wird mit der Hauptmarke VW in diesem Jahr kaum noch etwas zu verdienen sein.

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