Mutige Anleger können mitspielen
Minen im Goldrausch

Das ist gutes Timing: Morgen treffen sich die Gold-Enthusiasten zum Goldwaschen in Neuenburg am Rhein. Während die Hobby-Sucher ihren Freizeitspaß unter freiem Himmel genießen, blicken Anleger auf Preise und Kurse. In diesen Tagen knabbern amerikanische Aktienindizes für Minenwerte an Widerstandslinien.

FRANKFURT. Der Goldpreis zeigte sich gestern zwar schwächer, hat sich aber 100 Dollar unter seinem Mai-Hoch von 720 Dollar je Unze gut eingerichtet. Die Minen geben mit ihrer Politik bereits Signale für die erwartete Knappheit des Metalls. Anders ist die wilde Fusionswelle in der Branche nicht zu deuten.

Jahrelang haben die Minen die Suche nach neuen Lagerstätten vernachlässigt. Das rächt sich jetzt. Irgendwann ist jedes Vorkommen ausgebeutet. Neue Lagerstätten müssen erst einmal gesucht, gefunden und dann für die Förderung vorbereitet werden. Das dauert, und es dauert viele Jahre. Es gibt noch andere Hürden: Die Such- und Förderkosten sind explodiert; Geologen und andere Fachleute sind kaum verfügbar, werden händeringend gesucht. Der Wust an Problemen hat die Minen zu einer Ausweichlösung gedrängt: Sie kaufen lieber Konkurrenten mit laufender Förderung oder guten Lagerstätten. Der hohe Metallpreis stimuliert zusätzlich beim Spiel „Groß frisst Klein“.

Branchenkenner erwarten in den nächsten ein bis zwei Jahren eine starke Zunahme an Deals. In den Schlagzeilen sind die Milliarden-Fusionen unter den ganz Großen der Branche, vor allem in Amerika. Goldcorp schluckt Glamis Gold. Erst vor einigen Monaten hatte Glamis den Kauf von Western Silver abgeschlossen. Der weltgrößte Goldkonzern Barrick ist besonders aktiv und will sich jetzt Novagold einverleiben. Das reichte für Kurssprünge bei den Übernommenen: Glamis gewann ein Viertel an Wert, Novagold gar ein Drittel.

Minenanalysten erwarten ein Überschwappen der Takeover-Welle nach Australien, mit Südafrika die dritte wichtige Goldregion. Dort sind die Minenaktien preiswerter als in Nordamerika. Die Experten von UBS beispielsweise sehen beim weltweiten Run auf Vorkommen die australischen Newcrest Mining und Lihir Gold als potenzielle Übernahmekandidaten.

Mutige Anleger können mitspielen. Investoren mit weniger Nervenstärke werden wegen der Belastungen für die Minen und damit auch für deren Kurse vielleicht zögern. Aber es gibt Alternativen, inspiriert von den Goldwäschern in Neuenburg und anno dazumal am Klondike River. Wenn Anleger heute physisches Metalls besitzen wollen, müssen sie nicht im Schlamm waten oder wie Ende des 19. Jahrhunderts in Alaska bewaffnet und unter Abenteurern ihr Leben riskieren. Sie können es ohne Gefahr für Leib und Leben einfach kaufen – und anschließend in Ruhe den steigenden Preisen zuschauen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%