Nestlé kann beim Wachstum nicht immer mithalten
Verhaltener Beifall

Der Nestlé-Konzern ist bis auf wenige Schönheitsfehler so gesund, als hätte er seine eigenen Fitnessriegel verzehrt. Entsprechend soll die Dividende um 0,20 auf 7,20 Schweizer Franken erhöht werden.

LAUSANNE. Die genau 2 340 Aktionäre des Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé, die sich am Donnerstag im ausgedienten Olympiazentrum von Lausanne zur Hauptversammlung getroffen haben, konnten eigentlich zufrieden sein: Ein organisches Wachstum von 5,1 % hatte der Konzern 2003 und auch im ersten Quartal 2004 hingelegt. Der Konzern ist bis auf wenige Schönheitsfehler so gesund, als hätte er seine eigenen Fitnessriegel verzehrt. Entsprechend soll die Dividende um 0,20 auf 7,20 Schweizer Franken erhöht werden.

Dennoch konnte Nestlé-Verwaltungsratspräsident Rainer Gut seine Zuhörer nicht zu Beifallstürmen hinreißen. Denn denn richtig verdient haben sie im vergangenen Jahr nicht an ihrem Unternehmen. Die Schweizer vermochten genauso wenig wie ihre Hauptkonkurrenten aus Europa – die französische Danone und die niederländische Unilever – mit dem Börsenaufschwung des Gesamtmarkts mitzuhalten. Alle drei kämpfen mit einem Problem, das die üppig mit Schokolade versorgten Aktionäre nachvollziehen konnten: Der Markt in Westeuropa ist satt.

„Zusätzliches Einkommen der Bevölkerung fließt nicht in Nahrungsmittel, sondern beispielsweise in Freizeitaktivitäten oder Luxusgüter“, heißt es in einer Studie der Zürcher Kantonalbank. Die Folge: Die Großen machen sich nur noch gegenseitig Konkurrenz. Um in Kernmärkten Marktanteile zu gewinnen, müssen sie vor allem die Marketingkosten erhöhen. Darüberhinaus bestehen Chancen darin, Produkte zu entwickeln, die nicht gesättigte Bereiche bedienen und Märkte zu erreichen, die noch „hungrig“ sind.

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