Neue Kursphantasie
MLP wird zum wirklich unabhängigen Anbieter

Uwe Schroeder-Wildberg schwimmt sich frei von den Fehlern seines Vorgängers. Der seit Jahresanfang amtierende Chef von MLP will die beiden Assekuranztöchter losschlagen, die Marktbeobachtern seit Jahren ein Dorn im Auge sind.

HB FRANKFURT. Mit den Leben- und Sachversicherungsprodukten unter eigenem Label habe sich der Finanzdienstleister ins eigene Fleisch geschnitten, hieß es immer wieder. Denn wer nimmt schon einem Haus seine Unabhängigkeit ab, wenn es in dem Interessenskonflikt steckt, dem Kunden zwar das beste Produkt anbieten zu wollen, aber gleichzeitig von den Anbietern im eigenen Haus unter Vertriebsdruck gesetzt wird.

Schöner Nebeneffekt dieser Strategie der Rückkehr zu den Wurzeln der Heidelberger: Gelingt der Verkauf, dürften auch die Diskussionen um Bilanztricksereien endgültig vorbei sein. Der große Wirbel um den Finanzdienstleister im Frühjahr 2002 hatte genau bei diesen Produkten, die MLP unter eigenem Namen verkauft hat, seinen Ausgang genommen.

Damals war die MLP-Aktie angesichts der Verunsicherung auf weniger als zehn Euro abgestürzt. Die Frage, ob die Verbuchungen rechtens waren oder nicht, ist bis heute ungeklärt. Sicher ist aber, dass die Weitergabe von fremden Produkten unter eigenem Namen in jedem Fall kein sonderlich transparentes Geschäftsmodell gewesen sind.

Die Börse hat zwar gestern nur mit einem zaghaften Plus auf die Ankündigungen des im MDax notierten Finanzdienstleisters reagiert. Doch die Aktie, die seit Mitte August um fast 40 Prozent zugelegt hat, dürfte nach Ansicht von Branchenkennern in näherer Zukunft nicht nur vom Abstoßen der Versicherer profitieren. Schließlich ist es Schroeder-Wildberg gelungen, den Exodus der Berater zu stoppen. Und das, obwohl dem Ex-Finanzvorstand immer wieder vorgeworfen wird, ihm fehle der Stallgeruch des echten Vertrieblers. Um 40 Prozent sind die Kündigungen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Die frohe Botschaft aus Heidelberg: Die Fluktuationsrate sollte im vierten Quartal wieder unter 15 Prozent und damit im langjährigen Mittel liegen. Damit steht MLP auch im Vergleich zu seinen Wettbewerbern wieder gut da. Vor allem heißt es aber für das Unternehmen, dass die Unruhe langsam nachlässt und die Mitarbeiter sich endlich wieder auf ihre Arbeit mit den Kunden konzentrieren können. Das sollte den Erträgen zugute kommen sollte.

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