Noch steigen viele Kurse in Einklang mit den Erträgen
Solider Boom

Deutschlands Aktienkurse eilen von Rekord zu Rekord. Das gilt zumindest aus Sicht des kurzfristigen Betrachters.

DÜSSELDORF. Gute Unternehmensergebnisse aus den USA und Europa ließen den Deutschen Aktienindex (Dax) gestern zumindest für einen Augenblick auf das höchste Niveau seit Juli 2002 steigen. Zwar setzten sofort Gewinnmitnahmen der ersten Börsenliga zu. Doch die Rally, die dem Dax in den vergangenen zehn Monaten ein Plus von 90 % bescherte, entpuppt sich zu einer neuen Hausse nach der größten Baisse seit dem zweiten Weltkrieg.

Gefährlich im Sinne der Bildung einer neuen Blase wie Anfang 2000 wird die Rally so lange nicht, wie die Aktienkurse im Einklang mit den Unternehmensgewinnen steigen. Diese haben in den vergangenen zehn Monaten zwar nicht um 90 % zugelegt. Zuvor waren die Erträge allerdings auch auch nicht wie der Dax um 73 % eingebrochen.

Im Klartext: Der Dax war nach dem Rekordhoch von 8 065 Zählern im März 2000 drei Jahre später mit 2 188 Punkten nicht auf sein „Normalniveau“ zurückgefallen, sondern weit darunter. Messbar wurde dies mit Hilfe klassischer Kennzahlen. Niemals zuvor war die Bewertung der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen so niedrig gewesen wie im März 2003. Das zeigte sich am fast historisch tiefen KGV von neun und vor allem am Buchwert: Im März 2003 war mehr als die Hälfte aller Dax-Unternehmen weniger wert, als sie an Eigenkapital auswiesen. Das war bislang einmalig.

Dementsprechend liegt der „faire“ Dax-Wert irgendwo zwischen dem Tief im März 2003 und dem Hoch im März 2000. Vor knapp vier Jahren war der Dax nach allen klassischen Kennzahlen krass überbewertet gewesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es an der Börse niemals einen „objektiv fairen“ Wert gibt. Gäbe es ihn, stände die Börse still, weil jede Veränderung eine Abweichung vom „objektiv fairen“ Wert bedeuten würde.

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