Nuklearer Brennstoff
Energie fürs Depot

Manchmal spielen sich die entscheidenden Dinge unter der Grasnabe ab. Wassereinbrüche gehören dazu. Sie können sogar Haussen zünden. Vor drei Jahren musste der weltgrößte Uranförderer Cameco wegen eines unterirdischen Wassereinbruchs eine Mine für mehrere Monate schließen. Das war der Auftakt für eine beispiellose Hausse – die jetzt noch an Tempo zulegt.

FRANKFURT. Vor drei Jahren kostete ein Pound des Energierohstoffs, umgerechnet ein halbes Kilo, um die zehn Dollar. In den vergangenen Tagen knackte der Preis die magische Marke von 60 Dollar. Wieder spielte ein Wassereinbruch eine entscheidende Rolle, und wieder war die kanadische Cameco betroffen.

Das Preisspektakel wirft ein Schlaglicht auf einen ganz speziellen und sehr engen Energiemarkt, der aus den Fugen geraten ist. Die betroffene neue Cameco-Mine soll rund zehn Prozent des künftigen Uranbedarfs decken. Analysten schätzen jedoch, dass die Förderung jetzt erst in knapp drei Jahren anlaufen kann.

Seit Energie knapp wird, feiert der nukleare Brennstoff ein Comeback. Rund um den Globus waren im vergangenen Jahr 440 Atomkraftwerke am Netz. Derzeit sind 28 neue Kraftwerke in Bau, weitere 62 in Planung. Vor allem China und Indien als aufstrebende Nationen müssen ihren enormen Energiehunger stillen. Beim Angebot jedoch drohen Engpässe, auch jenseits des Cameco-Desasters. Einer der Gründe ist der hohe Zeitaufwand zum Erwerb der Förderlizenzen und zur anschließenden Inbetriebnahme von Minen.

An diesem Punkt knüpft David Miller an. Schon zwei Mal sagte der Geologe eine Preisverdoppelung voraus – und lag jedes Mal richtig. Er wagt die kühne Prognose nun zum dritten Mal: Miller rechnet mit einem Anstieg auf 120 Dollar, vielleicht sogar über 150 Dollar. Erst dann werden seiner Meinung nach neu erschlossene Minen ihre Produktion an den Markt bringen und für ein Gleichgewicht auf einem tieferen Niveau sorgen.

Für Anleger sind Investments heikel. Uran ist ein sensibles Metall und wird nicht an einer Börse gehandelt. Cameco ist der einzige große börsennotierte Förderer. Der Kurs hat gelitten, doch ist die Aktie immer noch 20 Mal teurer als vor sechs Jahren. Profiteure des Cameco-Debakels sind vor allem kleinere Förderer und Explorationsfirmen, deren Kurse in wenigen Tagen bis zu einem Viertel gewannen.

Doch der Einstieg verlangt Mut. Eine Aktie der International Uranium Corp. an der Börse Toronto kostet im Dreijahres-Rückblick jetzt das 30fache. Und eine Paladin Resources in Sydney konnten Interessenten damals für einige australische Cent einsammeln. Heute steuert sie auf sechs Dollar zu. Mutige müssen sich wohl an James Dines halten. Der amerikanische Börsenbriefschreiber trommelte schon vor einem Jahrzehnt für Uran-Investments. Er sagt jetzt: Der Boom hat erst begonnen.

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