Ölkonzerne werden weiterhin hohe Gewinne erzielen
Eine Wette wert

Die europäischen Ölkonzerne haben im vergangenen Quartal so viel verdient wie nie zuvor: Vieles spricht dafür, dass auch 2005 ihre Kassen klingeln werden – den Inhabern von Ölaktien dürfte das viel Freude bereiten. Es bleibt aber eine Unsicherheit: Der Ölpreis. Das Barrel darf nicht zu billig werden, aber auch nicht zu teuer.

HB DÜSSELDORF. Die Konzerne konnten vor allem im Fördergeschäft wegen des hohen Ölpreises Kasse machen. Die Rohstoffpreise haben auch seit gut einem Jahr die Aktienkurse der Multis befördert: Ob nun BP, Total oder die Unternehmen der zweiten Reihe Eni, Repsol oder Statoil, sie alle konnten die starken Kursverluste im Zuge des weltweiten Börsenabsturzes Ende 2002 fast wieder ausgleichen. Selbst die Aktien des von seinem Reservenskandal gebeutelte Shell-Konzern haben sich inzwischen wieder erholt.

Doch wie geht es weiter? Seit den Höchstständen im Oktober macht der für Europa maßgebliche Preis für die Ölsorte Brent kleine Achterbahnfahrten: Zunächst fiel er fast zehn Dollar. Dann erholte er sich wieder auf gut 43 Dollar für das Barrel (159 Liter). Die Schätzungen für das kommende Jahr liegen in einer Spanne von 30 bis 45 Dollar. Von den Höchstständen ist diese Marke zwar entfernt, sie liegt aber rund 20 Dollar über der von vor zwei Jahren. Zu billig wird das Rohöl also nicht werden.

Der Kurs der europäischen Ölaktien hat daher noch Potenzial. Zu den Lieblingen der Analysten zählen Total, Statoil, Norsk Hydro und vor allem die österreichische OMV, deren Aktienkurs seit einem Jahr um 76 Prozent zulegte. OMV zählt derzeit zu den profitabelsten Unternehmen der Branche in Europa.

Selbst wenn der Ölpreis im nächsten Jahr ans untere Ende der Schätzungen fallen, wird der Appetit auf Ölaktien kaum nachlassen. Hinzu kommt, dass BP und Exxon-Mobil im nächsten Jahr von einer Reihe Projekten profitieren können, die ihre Förderung erhöhen. Der US-Konzern Conoco-Philips erwartet gar einen Zuwachs der Produktion von bis zu sieben Prozent in Folge des Einstiegs beim russischen Förderer Lukoil.

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