Paris sollte die Mehrheit an France Télécom abgeben: Weniger Staat ist mehr

Paris sollte die Mehrheit an France Télécom abgeben
Weniger Staat ist mehr

Das wird knapp. Vergangene Woche kündigte France Télécom an, den eigenen Internetdienstleister Wanadoo wieder in den Konzern integrieren zu wollen.

PARIS. Dazu machte der Ex-Monopolist ein Übernahmeangebot für die Minderheitsaktionäre. Rund 45 Prozent des Kaufpreises von 3,9 Milliarden Euro will France Télécom mit eigenen Aktien bezahlen. Und jetzt kommt’s: Nach dieser Transaktion sinkt der Anteil des französischen Staates auf nur noch 50,15 % – gerade so eben behält Frankreich damit noch die Mehrheit an dem Telekomriesen.

Das beflügelt neue Spekulationen über eine bevorstehende Privatisierung des Unternehmens. Die knappe Mehrheit des Staates schürt aber vor allem eins: Unsicherheit. Und die mag die Börse gar nicht. Zwar versicherte Frankreichs Finanzminister Francis Mer, dass die Regierung keine Absichten hege, auf kurze Sicht die Mehrheit an France Télécom über einen banalen Aktienverkauf abzugeben. Doch genau das wäre eigentlich das Beste für alle Beteiligten, meint zum Beispiel auch Guy Peddy, Analyst der Deutschen Bank.

Sollte der Staat ein paar Prozentpunkte am Kapital verkaufen, würde das der Aktie gewiss gut tun; denn das Unternehmen wäre endlich mehrheitlich in Privatbesitz – und übernahmefähig. Das erhöht den Wert der Gesellschaft.

Das Management wäre überdies befreit von der Oberaufsicht des Finanzministeriums, ohne dessen Pla-cet derzeit keine strategische Entscheidung fällt. Die FranceTélécom-Leitung würde also größeren Handlungsspielraum bekommen, die Gesellschaft wäre entpolitisiert. Auch das kann der Aktie nur gut tun. Und nicht zuletzt könnte sich Francis Mer dank eines Verkaufs von, sagen wir 5 % des Kapitals über einen schönen Verkaufserlös von gut einer Milliarde Euro freuen.

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