Pro Asien-Börsen
Der Börse in China gehört die Zukunft

Die Börse in China ist nichts für Hasenfüße. Wer sein Geld in die Volksrepublik schafft, muss mit kräftigen Kursausschlägen rechnen. Dennoch sollten, besser dürfen wir Europäer uns nicht abschrecken lassen. Das wirtschaftliche Potenzial Chinas - und damit das der Börse - ist riesengroß und noch längst nicht ausgeschöpft.
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FRANKFURT. Die Börse in China ist nichts für Hasenfüße. Wer sein Geld in die Volksrepublik schafft, muss mit kräftigen Kursausschlägen rechnen - weit kräftiger als an europäischen Handelsplätzen oder der New Yorker Wall Street. Das hängt nicht zuletzt mit der Mentalität der Asiaten zusammen. Sie wollen reich werden - und das möglichst schnell; dafür gehen sie entsprechend hohe Risiken ein. Sollte etwas schiefgehen, versuchen sie es einfach wieder. Und wieder. Und wieder. Die Chinesen sind keine Langfristinvestoren, eher Zocker. Das macht die Börse dort unberechenbar; auf klassische Bewertungskennzahlen ist deshalb nicht immer Verlass.

China wird stärker, die Industriestaaten schwächer

Trotzdem sollten, besser dürfen wir Europäer uns nicht abschrecken lassen. Das wirtschaftliche Potenzial Chinas - und damit das der Börse - ist riesengroß und noch längst nicht ausgeschöpft; Schwankungen hin oder her. Die Finanzkrise hat daran nichts geändert, ganz im Gegenteil. China ist noch stärker geworden, die Industriestaaten dagegen schwächer.

Die Parteibosse in Peking haben Reserven. Weil die heimische Finanzbranche in den vergangenen Jahren nicht wie wild mit Schrottanleihen spekuliert hat, musste die Regierung in Peking auch kein Geld für marode Banken lockermachen, als der US-Immobilienmarkt 2008 zusammenbrach - und die großen Wall-Street-Häuser ohne Staatsgeld ziemlich schlecht ausgesehen hätten. Stattdessen konnten die Parteibosse ohne größere finanzielle Mühen riesige Konjunkturpakete schnüren, um zu verhindern, dass die heimische Wirtschaft infolge der weltweiten Krise zu weit zurückfällt.

Natürlich sollten Anleger nicht ihr ganzes Geld nach Fernost schaffen; das wäre Unsinn und auch zu riskant. Einen Teil, vielleicht 20 Prozent, sollte der Anteil der Schwellenländer in einem ausgewogenem Depot aber schon ausmachen. Anleger, die für ihr Geld in den nächsten Jahren eine halbwegs lukrative Rendite bekommen wollen, kommen nicht an China vorbei.

Ein letztes noch: Kritiker bemängeln oft die Rechtssicherheit in der Volksrepublik. Von möglichen Enteignungen ist dann die Rede. Aber mal im Ernst, ist das wirklich ein gewichtiges Argument? Fragen Sie mal die Kleinaktionäre der Hypo Real Estate. Die werden Ihnen was von den Rechten der Anleger erzählen können.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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