Renditeschwache offene Immobilienfonds tragen die gleiche Bürde
Ungnade der frühen Geburt

Renditeschwache offene Immobilienfonds tragen alle die gleiche Bürde: sie wurden früh gegründet und legen überwiegend in Deutschland an. Nur einer von neun Fonds mit weniger als 2,5 Prozent Jahresrendite ist nicht überwiegend in Deutschland investiert.

HB DÜSSELDORF. Der jüngste dieser Fonds ist Jahrgang 1989, die Performanceschlusslichter Difa Fonds Nr. 1 und iii Euro Immoprofil mit Renditen nahe Null sind beide rund 40 Jahre alt.

So lange jedoch die Krise auf dem deutschen Büroimmobilienmarkt anhält, werden geringe Mietrenditen und fortwährende Abwertungen der Immobilien die Fondsrenditen niedrig halten. Die Fondsmanager versuchen daher, ihre Portfolios umzubauen: Deutschland raus – Ausland rein. Doch das gelingt kaum. Die Objekte stehen vielfach mit Werten in den Büchern, die sich am Markt zurzeit nicht realisieren lassen.

So auch bei iii-Investments: Allein die Muttergesellschaft Hypo-Vereinsbank (HVB) zeigte sich jüngst bereit, Objekte des Euro Immoprofil zum Buchwert zu kaufen. Wohl wissend, dass auch ihr der Verkauf zu Buchwerten vorläufig nicht gelingen wird, wird sie die Objekte um bis zu 50 Prozent abschreiben. Die Zeche zahlen die Unicredito/HVB-Aktionäre. Und dennoch kann die Entscheidung richtig sein: Sollte dieser Immobilienfonds als erster in Deutschland dem Anleger Verluste bescheren, dürfte der Schaden noch viel größer sein. Das würde die Rückgabe von Anteilen beschleunigen. Das Fondsmanagement wäre am Ende gezwungen, die Anteilsrücknahme zu stoppen, weil es nicht so schnell Objekte liquidieren kann, wie Anleger Geld zurückforderten.

Die frischen Mittel sind die einzige Möglichkeit, den Fonds durch Käufe in Ländern mit höheren Renditen umzubauen. Sollte sich die HVB aber jüngere Objekte in guter Lage mit bonitätsstarken Mietern herauspicken, hieße das für die verbliebenen Anleger: sofort verkaufen. Denn es ist fraglich, ob die Erträge neuer Auslandsobjekte ausreichen, um die dann weiter aufreißenden Löcher im Inland zu stopfen.

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