Rückversicherungsaktien können Katastrophen trotzen
Falsche Reflexe

Anleger packen Rückversicherungsaktien heute vorsichtig an. Zu Recht: Die Papiere kann man heute nicht mehr kaufen und für Jahre unter dem Kopfkissen verstauen. Schließlich hat sich das Umfeld der Rückversicherer in den vergangenen Jahren deutlich verändert.

HB DÜSSELDORF. So haben Terroristen mit den Anschlägen in New York, Madrid und jüngst in London eine neue Gefahr in jene Weltmetropolen getragen, in denen es eine hohe Wertekonzentration und Versicherungsdichte gibt. Außerdem steigen die Risiken durch Naturgefahren, und Risiken aus Altlasten wie Asbest sind vielfach offen.

Doch Anleger sind gut beraten, wenn sie sich anschauen, welche Gefahren sich tatsächlich auf die Bilanzen eines Rückversicherers auswirken können. So war es der falsche Reflex, als Investoren nach den schrecklichen Ereignissen von London überstürzt Rückversicherungsaktien verkauften. Alleine die Münchener Rück verlor vorübergehend eine Milliarde Euro an Marktkapitalisierung. Die Notierung der Hannover Rück gab zwischenzeitlich ebenfalls um sechs Prozent nach.

Wer Nervenstärke bewies, der behielt Recht. Denn die Rückversicherer haben seit dem Jahr 2001 die Folgen von Terroranschlägen in den Griff bekommen. Vorher waren solche Risiken automatisch mitversichert. Heute müssen die Kunden dafür zahlen, wenn sie überhaupt noch private Deckungen bekommen. Letztlich liegt die Verantwortung für die finanziellen Folgen terroristischer Anschläge heute weitgehend bei den Staaten. Die Regierungen springen ein, wenn die Schäden hohe Ausmaße annehmen. Dies ist bei dem britischen Terrorpool nicht anders als bei Extremus in Deutschland. Die Staatshaftung wird man auf absehbare Zeit erhalten müssen, da die Risiken aus Terroranschlägen für die Versicherer nicht kalkulierbar sind. Und mit unkalkulierbaren Risiken können Versicherer nicht arbeiten. Folglich haben einige Regierungen ihre Staatshaftung für Terrorrisiken bereits verlängert.

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