Schweizer Aktie im TecDax
BB Medtech tritt ans Licht

„Endlich“ werden sie gestern bei BB Medtech im schweizerischen Schaffhausen gesagt haben, nachdem die Aktie erstmals im deutschen Technologieindex TecDax gelistet wurde. „Endlich“ deswegen, weil das Management davor jahrelang alles Mögliche unternommen hat, um in die erste Liga der in Deutschland gehandelten Technologiewerte aufzusteigen.

FRANKFURT. Am Börsenwert hat es nie gelegen, da war BB Medtech mit einer knappen halben Milliarde Euro schon immer gut positioniert. Nur bei den Börsenumsätzen hat es bislang gehapert. Weil die Aktie seit Jahren im Schatten der größeren und vermeintlich attraktiveren Schwester BB Biotech stand. Beide sind Beteiligungsgesellschaften der Schweizer Bellevue Holding. Nur während die eine in den Augen der Börsianer in hochspannende Entwicklungen im Biotechnologiesektor investierte, war die andere im weitaus weniger interessanten Medizintechnik-Sektor unterwegs.

Doch auch diese Einstellung ist Vergangenheit. Weil die Veränderungen, die eine alternde Gesellschaft mit sich bringt, inzwischen ein Massenthema sind, ist das Thema Medizintechnik auch an der Börse aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Dass sich die Zahl der Menschen über 60 Jahre in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln oder gar verdreifachen wird, ist mittlerweile allgegenwärtig. Und dass in den aufstrebenden Ländern immer mehr Wohlstand auch dazu führt, dass auch dort die Bandbreite von künstlichen Hüftgelenken bis zu Hörgeräten, von Herzschrittmachern bis zur Elektroschockfinanzierung verstärkt Einzug hält.

Die Wachstumschancen der Medizintechnik sind demnach immens. Was die Angelegenheit gerade für Investoren dagegen so unübersichtlich macht, ist die enorme Heterogenität der Branche. Großkonzernen wie Siemens, Philips oder General Electric stehen etliche Kleinstfirmen gegenüber, die in ihrer Nische forschen und produzieren. Hinzu kommen die völlig unterschiedlichen nationalen Gesundheitssysteme, die in vielen Fällen darüber entscheiden, ob ein Produkt ein Markterfolg wird oder nicht. BB Medtech setzt meist konservativ auf die Großen der Branche. Die Schweizer Nobel Biocare – Weltmarktführer bei Zahnimplantaten – hat beispielsweise einen Anteil von fast 50 Prozent im Portfolio. Weiter sind prominente Namen wie Sythes, Qiagen, Fresenius oder Phonak dort vertreten. Alles Werte, die sich über die Jahre am Markt gut positioniert haben.

Einziges Manko bei BB Medtech: Der Aktienkurs hat sich zuletzt zu gut entwickelt. Gemeint sind nicht die mehr als 350 Prozent, die er in den vergangenen vier Jahren zugelegt hat. Es geht um die letzten Monate. Denn der Aktienkurs ist derzeit nur noch sieben Prozent weniger wert als die Summe der Beteiligungen. Noch vor nicht allzu langer Zeit lag man hier im zweistelligen Bereich. Dahin sollte sich der Abschlag auch wieder bewegen, ehe der Beteiligungswert an einer an sich hoch interessanten Branche wieder attraktiv wird.

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