Schwer verdaulich
Danone wächst kräftig, um Übernahmen abzuwehren

Ein bisschen langweilig wirkt es schon, das Geschäft mit Milch, Mineralwasser und Keksen. Supermarkt statt High Tech eben. Meist sehen Börsianerphantasien anders aus. Aber wer Zuverlässigkeit mag, dem wird Danone gefallen. Umsatz, Gewinn, Rendite: Der französische Nahrungsmittelkonzern legt Jahr für Jahr satt zu.

PARIS. Mit dem Mineralwasser „Evian“, den Keksen von „LU“ und dem Danone-Joghurt verfügt er über Weltmarken. Die Aktie behauptete sich auch in der allgemeinen Krise und hat seit März 2003 stetig fast 40 % zugelegt – und sie ist nach Ansicht einer Mehrheit der Analysten noch lange nicht ausgereizt.

Denn je mehr Erfolg Danone-Chef Franck Riboud hat, je öfter wird sein Haus als Übernahmekandidat gehandelt. Im Vergleich zu den Riesen im Lebensmittelgeschäft wie Nestlé, Unilever, Kraft Foods oder Coca-Cola ist Danone mit seinem Jahresumsatz von 13 Mrd. Euro schließlich noch immer eher klein. Dass die Großen 2004 wieder Appetit haben, zeigen die Übernahmeversuche von Comcast gegen Wald Disney und von Sanofi-Synthélabo gegen Aventis. Riboud gibt sich entspannt: „90 % unserer Aktien sind in Streubesitz, wir könnten also gar nichts gegen einen Übernahmeversuch tun.“

Versucht hat es Riboud dennoch – indem er selber zuschlagen wollte. Aber die Übernahme des russischen Marktführers für Milchprodukte und Säfte Wim-Bill-Dann für 1 Mrd. Euro scheiterte Ende November. Nun ruft Riboud die Zahlen zur Hilfe: „Meine Verteidigung sind die guten Ergebnisse für unsere Aktionäre.“ Doch Danone bleibt ein Kauf mit einer gewissen Portion Nervenkitzel. Denn auch im Kerngeschäft wird Danone attackiert. 10 Mrd. Liter Mineralwasser verkauft der Konzern pro Jahr, nur Nestlé (Perrier, Contrex, Vittel, San Pellegrino) schafft mit 11,2 Mrd. Litern noch mehr. Anfang Februar führte Unilever sein aromatisiertes Wasser „Aquaé“ ein. Im April bringt Coca-Cola sein mit Mineralien angereichertes Wasser „Dasani“ in Frankreich auf den Markt; Deutschland soll bald folgen. Ob er selbst neue Produkte entkorken will, verrät Riboud nicht – aber wer ihn kennt, darf davon ausgehen, dass er den nassen Kampf aufnehmen wird.

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