Selektive Wahrnehmung: Börsianer unterschätzen arabische Unruhen

Selektive Wahrnehmung
Börsianer unterschätzen arabische Unruhen

Wenn Börsianer unangenehm überrascht werden, haben sie Trendwenden nicht rechtzeitig erkannt. Diese Gefahr droht auch jetzt wieder, denn Risiken der Unruhen in der arabischen Welt sind noch nicht in den Kursen enthalten.
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FrankfurtEine der kürzesten Börsenlektionen dauert genau 82 Sekunden. Bitte gehen Sie jetzt ins Internet. Rufen Sie auf youtube.com das erste Video unter dem Stichwort „selective attention test“ auf. Anschließend kehren Sie wieder hierher zurück.

Was sagt uns das Video? Haben Sie die Pässe der Basketballspieler in weißen T-Shirts korrekt gezählt? Und haben Sie den Gorilla bemerkt, der direkt durch das Bild läuft?

Nicht? Oder zunächst nicht? Lernen wir die Lektion des Videos: Wir erkennen nur einen selektiven Ausschnitt der Wirklichkeit nach einem eingeübten Wahrnehmungsschema. Nicht dazu Passendes übersehen wir gern. Übertragen auf die Welt der Finanzmärkte hieße das Folgendes: Wenn Börsianer an den Finanzmärkten unangenehm überrascht werden, haben sie Trendwenden nicht rechtzeitig erkannt. Entweder haben sie große Chancen und damit Gewinne verpasst oder große Risiken ignoriert und viel Geld verloren. Zur ersten Gruppe passt die Goldhausse, an der immer noch nur wenige Investoren beteiligt sind. Ein Beispiel für den zweiten Fall ist der Kollaps der Technologiewerte zur Jahrtausendwende.

Anleger sind manchmal blind für grundlegende Änderungen

Paradigmenwechsel an den Märkten sind schwer zu erkennen, weil sie oft den über lange Zeit verinnerlichten Überzeugungen widersprechen. Um im Bild zu bleiben: Gibt es schon den nächsten Gorilla, an dem wir vorbeischauen? Ein Kandidat sind die Umwälzungen in Nordafrika, im Nahen und Mittleren Osten. Diese Risikoquelle für die Rohstoffmärkte und Börsen ist nicht in den Kursen enthalten. Wenn die Ereignisse eskalieren, könnten die Folgen für Ölpreis und Aktienmärkte massiv sein. Diesen Gorilla sollten Anleger im Blick behalten.

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