Solaraktien
Chinesischer Sonnenschein

Es gibt wohl keine zwei Themen, die an den Aktienmärkten in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit genossen haben als China auf der einen und Solarenergie auf der anderen Seite. Und beide Themen haben Anlegern gewaltige Gewinne eingebracht. Was könnte es also Besseres geben als eine Kombination aus Sonnenkraft und China, wie sie die Aktie von Suntech Power bietet?

FRANKFURT. Die chinesischen Börsen steigen, trotz gelegentlicher Rückschläge, von Rekord zu Rekord. Und Solaraktien wie Solarworld oder Conergy haben ihre Kurse vervielfacht. Was könnte es also Besseres geben als eine Kombination aus Sonnenkraft und China, wie sie die Aktie von Suntech Power bietet?

Das Unternehmen aus dem südchinesischen Wuxi produziert Solarzellen und -module und ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 5,2 Mrd. Dollar weltweit die Nummer zwei der Branche. Seit Dezember 2005 ist die Gesellschaft an der New York Stock Exchange gelistet.

Von einem Börsenstar ist Suntech jedoch weit entfernt. Zwar sprangen die Bezugsrechte ADRs (Aktienersatzpapiere) gleich bei ihrem Debüt in New York vor 16 Monaten um gut 40 Prozent nach oben und erreichten innerhalb weniger Wochen mehr als 43 Dollar – rund das Dreifache des Startkurses. Seither ist die Euphorie aber abgeklungen. Der Kurs dümpelt aktuell bei rund 35 Dollar. Auch die Analysten geben sich zögerlich. Zwar raten zwölf von 17 Beobachtern zum Kauf der Papiere. Zuletzt nahmen Investmentbanken wie Morgan Stanley, Bank of America und Goldman Sachs ihre Empfehlungen aber auf „neutral“ zurück.

Dabei sind die Aussichten für Suntech viel versprechend. Dank der niedrigen Produktionskosten hat das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2001 rasant Marktanteile gewonnen. Im laufenden Geschäftsjahr will Suntech Solaranlagen mit einer Leistung von 220 bis 240 Megawatt Leistung ausliefern, nach 180 Megawatt im Vorjahr. Bis 2010 soll die Produktionsleistung auf 1 000 Megawatt im Jahr steigen.

Wachstumsphantasie liefert zum einen die stürmische Nachfrage in den westlichen Industrieländern, in die Suntech 80 Prozent seiner Produktion exportiert. Großes Potenzial sehen Experten aber auch in China selbst. Die chinesische Regierung hat für die kommenden Jahre eine große Öko-Initiative angekündigt. Bis 2020 sollen erneuerbare Energien 16 Prozent des gesamten Energiebedarfs decken. Damit entsteht für Suntech direkt vor der Haustür ein riesiger Markt

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Fondsgesellschaften und Zertifikate-Anbieter stimmen diese Perspektiven optimistisch. In den zahlreichen Klimawandelprodukten, die in jüngster Zeit aufgelegt wurden, ist das Unternehmen eine feste Größe. Auch für Privatanleger ist Suntech einen Blick wert. Die heftige Übertreibung, die den Kurs nach dem Börsendebüt blasenähnlich in die Höhe getrieben hat, ist inzwischen abgebaut. Auf Basis der Gewinnerwartungen für 2007 kommt Suntech auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 30, für 2008 liegt das KGV etwas über 20. Damit sind die Papiere günstiger als die großer deutscher Solarkonzerne wie Solarworld oder Q-Cells – billiger als die meisten chinesischen Aktien sind sie ohnehin.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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