Spanische Energiewerte elektrisieren die Börsianer
Unter Starkstrom

Der Übernahmeversuch des größten spanischen Energiekonzerns Endesa durch den viel kleineren Wettbewerber Gas Natural ist derzeit der Initiator eines enormen Kursaufschwungs an der spanischen Börse, der Beobachtern zufolge noch bis Ende 2005 anhalten könnte.

MADRID. Wer hätte gedacht, dass gerade Versorger-Titel wie Endesa, Gas Natural, Unión Fenosa und der Mineralölkonzern Repsol YPF den seit Jahren gut laufenden Bauaktien die Show stehlen könnten? Der Ibex-Index zog dank der vielen Fusions- und Übernahmephantasien im vergangenen Monat deutlich an.

Alles begann am 1. September, mit der Gas-Natural-Offerte. Seitdem gingen die Kurse fast aller Energiewerte drastisch in die Höhe. Endesa hat seit dem feindlichen Angebot des katalanischen Wettbewerbers Gas Natural fünf Euro auf knapp 22 Euro gewonnen. Der derzeitige Versuch des Endesa-Managements, durch eine Abwehrstrategie den Kaufpreis in die Höhe zu treiben und damit eventuell auch die Fusion zu sprengen, gibt inzwischen dem ganzen Markt Phantasie – zum Beispiel der Iberdrola-Aktie. Der zweitgrößte Versorger des Landes wäre nämlich der strahlende Dritte würde die Übernahme so über die Bühne gehen, wie sich das Gas Natural wünscht. In einem Vorab-Pakt haben beide vereinbart, dass Iberdrola alle Aktiva erhält, die Endesa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verkaufen müsste. Das sind immerhin Kraftwerke, Firmenbeteiligungen und Windparks in Höhe von sieben Milliarden Euro.

Wahrscheinlich allerdings werden das spanische und vielleicht ebenfalls das europäische Kartellamt, sollte es eingeschaltet werden müssen, diesen Pakt nicht akzeptieren. Dann würden diese Aktiva versteigert, was höchstwahrscheinlich zu einer größeren Liberalisierung des Marktes führen würde, weil dann auch ausländische Unternehmen mitbieten würden. Für die Börse wäre das ein weiterer Kick.

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