Streichkandidaten sind allerdings rar
In Deutschland gibt es wieder mehr als 30 Blue Chips

Beiersdorf, Puma, T-Online und wohl bald auch Hypo Real Estate entwickeln sich zu ernsthaften Kandidaten für den Dax.

FRANKFURT/M. Macht es auf Dauer überhaupt noch Sinn, dass der Dax aus 30 Werten besteht? Die Frage, über die sich heute kein Mensch mehr Gedanken macht, war tatsächlich vor einem Jahr hoch aktuell. Wir erinnern uns: Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP wurde damals über Monate hinweg trotz einer für Dax-Verhältnisse sehr schwachen Marktkapitalisierung mitgeschleppt, weil sich kein geeigneter Nachrücker fand. Die Frage, die sich meist unmittelbar anschloss, war, ob es denn in Deutschland keine 30 Unternehmen mehr gäbe, deren Aktien zu Recht als Blue Chips eingestuft werden.

Und heute? Obwohl Continental bereits vor einem knappen halben Jahr MLP beerbt hat, stehen inzwischen drei, bald sogar vier Unternehmen in Lauerstellung und warten darauf, dass ein Platz frei wird. Nur da tut sich im Moment nichts. Vorerst zumindest. Und obwohl sich auch bis zur nächsten turnusgemäßen Überprüfung im August nichts tun wird, können sich die Anleger freuen. Schließlich bedeutet die wundersame Kandidatenvermehrung in erster Linie einen Zuwachs an qualitativ guten Aktien. Und hiervon gab es zuletzt eine Menge.

Beispiel Puma: Der Herzogenauracher Sportartikel-Hersteller hat sich im Kriterium Marktkapitalisierung dank immenser Kurszuwächse binnen eines Jahres von Platz 48 auf 31 verbessert. Ein Ende dieses Aufwärtstrends scheint derzeit nicht Sicht, zumal die Retro-Welle in vollem Gange ist. Da stört es die Experten auch reichlich wenig, dass die Aktie in den letzten zweieinhalb Jahren bereits rund 700 Prozent zugelegt hat! Munter werden Kursziele weiter nach oben angepasst. Die Dax-Aufnahme scheint für viele Analysten schon eingepreist.

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