Substanziell hat die Handelsaktie wenig zu bieten
Karstadt lockt Zocker

Sensationelle Kursgewinne, aber auch die Gefahr des Totalverlustes – die Aussichten des einstigen Dax-Konzerns Karstadt-Quelle elektrisieren an den Wertpapiermärkten inzwischen fast nur noch nervenstarke Zocker.

DÜSSELDORF. Dass der Handelsriese im April einen der größten Geschäftseinbrüche seiner Geschichte bekannt gab und auch für das laufende Jahr kaum Hoffnungsfrohes zu berichten wusste, störte an der Börse offenbar nur wenige. Weitaus mehr Aufmerksamkeit erregten die Wertpapier-Zukäufe des Hauptaktionärs Schickedanz. Seit Ende März trieben sie die gebeutelte Aktie von 7,50 Euro auf einen Kurs von zeitweise über neun Euro.

Dahinter steckt die Phantasie, der Aktionärspool Schickedanz, der seinen Anteil zuletzt von 42 auf knapp über 50 Prozent aufstockte, könnte die Zukäufe fortsetzen. Mit Hilfe befreundeter Kapitalgesellschaften, so die Spekulationen, ergebe sich für die Quelle-Erben dadurch die Gelegenheit, den außenstehenden Aktionären am Ende ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Für die Gruppe um Madeleine Schickedanz dürfte sich dies lohnen: Weil der Konzern in seinen Einzelteilen womöglich mehr wert ist als die derzeit rund 1,8 Mrd. Euro Börsenkapitalisierung, könnte sie Karstadt-Quelle anschließend von der Kursliste streichen und stückchenweise verkaufen.

Eine solche Zerschlagung werde es nicht geben, erklärte der frisch gebackene Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff auf der jüngsten Aktionärsversammlung. Die inzwischen im MDax gehandelte Aktie verlor daraufhin in der vergangenen Woche 3,3 Prozent ihres Wertes. Doch die Spekulationen dürften damit längst noch nicht beendet sein.

Anleger, die allein auf die Wirtschaftskraft von Karstadt-Quelle setzen, gibt es dagegen offenbar nur noch wenige. Schließlich sind die Analystenempfehlungen eindeutig: Nur jeder Zehnte von ihnen empfiehlt die Aktie zum Kauf, zwei Drittel raten von ihr ab.

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