Südafrikanisches Minenhaus setzt weiter stark auf Gold – Auch andere Edelmetalle locken den Produzenten
Gold Fields mit neuem Selbstbewusstsein

Wenn es noch eines Nachweises bedurft hätte, dass Gold wieder glänzt, wurde er letztes Jahr beim Debüt von Gold Fields an der New York Stock Exchange erbracht: Kein anderer als Nelson Mandela, der erste schwarze Staatspräsident Südafrikas, erschien auf dem Balkon der Börse, um die Notierung des weltweit viertgrößten Goldproduzenten einzuläuten.

KAPSTADT. Mit dem gelungenen Publicity-Gag konnte Gold Fields sogar seinen südafrikanischen Erzrivalen Anglogold ausstechen, der anlässlich seiner Zweitnotierung in New York kurz zuvor einen echten Löwen präsentiert hatte.

Gold Fields hat guten Grund, sich der Welt mit neuem Selbstbewusstsein zu präsentieren: In nur fünf Jahren hat das Unternehmen seinen Marktwert von 7 Mrd. auf 44 Mrd. Rand (4,8 Mrd. €) geschraubt. Vor dem jüngsten Rückschlag des Goldpreises hatte der Börsenwert zeitweise sogar bei fast 80 Mrd. Rand gelegen. Das Unternehmen war damit 2002 der erfolgreichste Titel an der Johannesburger Börse (JSE). Inzwischen macht Gold Fields rund ein Drittel des JSE-Goldindizes aus.

Zwei Gründe haben Gold Fields zu dem Höhenflug verholfen: zum einen die starke Erholung des Goldpreises, zum anderen die Tatsache, dass Gold Fields inzwischen fast kein Gold mehr zu einem festen Preis auf Termin (Hedging) verkauft. Damit profitierte die Gesellschaft ganz unmittelbar vom starken Anstieg des Goldpreises in den letzten beiden Jahren. Geholfen hat lange Zeit auch, dass die Kosten in der Heimatwährung Rand anfallen, während der Konzern die Erlöse in Dollar erhält. Allerdings hat sich dieser Bonus in den letzten Monaten ins Gegenteil verkehrt: Durch das starke Anziehen des Rands und die gleichzeitige Dollarschwäche sind die Gewinnspannen aller südafrikanischen Goldfirmen stark geschrumpft – und mit ihnen der Aktienkurs. Allmählich scheint sich das Pendel mit der leichten Abschwächung des Rands wieder in die andere Richtung zu bewegen.

Die Effizienz und Voraussicht Gold Fields zeigen die Zahlen für das letzte Quartal – es waren die besten aller südafrikanischen Goldförderer. Anglogold und Harmony meldeten Gewinnrückgänge um 43 % bzw. fast 50 % gegenüber dem Vorquartal. Bei Gold Fields lag der Verlust nur bei 1,5 %. Einen weiteren Coup landete das Unternehmen vor wenigen Tagen, als es 15 % seiner südafrikanischen Minen an die von Schwarzen geführte Investmentgesellschaft Mvelaphanda Resources (Mvela) verkaufte. Damit erfüllt Gold Fields mit einem Schlag einen Gutteil der Auflagen in der vom Staat erlassenen Bergbau-Charta: Danach müssen schwarze Südafrikaner in fünf Jahren zu 15 % an allen Minen des Landes beteiligt sein. Bis 2012 soll dieser Anteil dann auf 26 % steigen. Zuvor hatten Beobachter immer wieder das langsame Tempo moniert, das Gold Fields bei der Heranziehung schwarzer Partner angeschlagen hatte.

Die Frage ist nun, wie Gold Fields sein üppiges Cashpolster anlegen wird. Die Devisenkontrollen am Kap erschweren es, die Mittel für Zukäufe ins Ausland zu transferieren, wo der Konzern Minen in Australien und Ghana betreibt. Das Management um den neuen Chef Ian Cockerill will das Geld deshalb nach eigenen Angaben in die Minen am Kap stecken. Zurzeit ist Gold Fields, das jährlich 4,1 Mill. Unzen Gold fördert, auf dem besten Weg, den Schritt von einer südafrikanischen Goldfirma zum globalen Edelmetall-Produzenten zu vollziehen. Der Schwerpunkt dürfte dabei auch künftig auf Gold liegen, dessen Preis Cockerill weiter steigen sieht. Er ist davon überzeugt, dass Gold auf Dauer vom schwachen Dollar und niedrigen Zinsen profitieren wird, weil immer mehr Anleger nach alternativen Anlagen suchen.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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