Südafrikas Ölgigant Sasol ringt mit der Politik
Borniert, aber gut

Südafrikas großem Öl- und Petrochemiekonzern Sasol bleibt derzeit nichts erspart. Nachdem das Unternehmen noch im Vorjahr seine Einkünfte um satte 40 % steigern konnte, hat der starke Anstieg der Lokalwährung Rand in diesem Jahr schwer an den Margen genagt – und den Gewinn um 20% auf 7,8 Mrd. Rand (1 Mrd. Euro) schrumpfen lassen.

HB KAPSTADT. Weit härter hat das Unternehmen jedoch die harsche Kritik von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki getroffen, der Sasol jüngst als „borniert“ gescholten hatte. Der Konzern hatte in einem offiziellen Dokument an seine US-Anleger die von Mbekis Regierung forcierte Politik des „Black-Economic Empowerment“ (BEE) – also die gesetzlich verordnete Integration Schwarzer in die Wirtschaft am Kap – als ein mögliches Risiko für seine Aktionäre beschrieben.

Angesichts der vielen fehlgeschlagenen Empowerment-Initiativen halten Experten diese Warnung aber für berechtigt. Für Unruhe sorgt vor allem die Frage, wie die Beteiligung Schwarzer an großen Ölfirmen, Minenhäusern oder Banken finanziert werden soll. Selbst wenn die Konzerne die Beteiligung der neuen Partner zunächst mit Eigenmitteln finanzieren, ist dies noch keine Garantie für das Gelingen eines Empowerment-Deals. Welche Risiken mit massiven staatlichen Eingriffen verbunden sind, hat ein erster radikaler Entwurf der später abgemilderten Bergbaucharta gezeigt, der die Anleger vergangenes Jahr in Panik versetzte. Aus Angst vor einer schleichenden Verstaatlichung hatten Minenwerte binnen Tagen rund 50 Mrd. Rand (6,4 Mrd. Euro) an Börsenkapital verloren und sich bis heute nicht ganz erholt.

Schwer verständlich sind die Vorwürfe Mbekis gegen Sasol aber auch deshalb, weil sich der Konzern – trotz seines noch sehr „weißen“ Vorstands – als Vorreiter einer stärkeren Integration Schwarzer erwiesen hat. So hat Sasol einen 10 Mrd. Rand starken Fonds zur Beteiligung Schwarzer an der Mineralölindustrie geschaffen. Daneben ist der Konzern mit der Empowerment-Gruppe Exel verschmolzen. Und last but not least hat sich das Unternehmen bereit erklärt, einen Anteil von 25 % an seiner Ölraffinerie Natref an einen schwarzen Partner abzutreten.

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