S&P stuft Kreditwürdigkeit des Landes herab
Italien im Unglück

Die Italiener werden in diesen Wochen schwer gebeutelt. Erst schied die Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft bereits in der Vorrunde aus, dann trat Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti zurück. Und jetzt bekam auch noch die Kreditwürdigkeit des Landes einen Dämpfer. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) setzte das Rating für Italien um eine Stufe auf „AA-“ herunter.

FRANKFURT/M. Schlechter stuft S&P mit „A+“ innerhalb der Euro-Zone nur Griechenland ein. Dennoch stehen die Helenen am Kapitalmarkt besser dar als Italien – wie im Fußball. Denn trotz des schlechteren Ratings rentiert die zehnjährige griechische Staatsanleihe nur 0,02 Prozentpunkte über der italienischen.

Die Auswirkungen der Herabstufung sind für Italien zunächst weniger schmerzhaft als das Ausscheiden aus dem EM-Turnier und der Verlust des Superministers Tremonti. Am Markt war ein schlechteres Rating bereits eingepreist. Folge: Die Anleihen reagierten auf die Herabstufung kaum noch. Die zehnjährige italienische Staatsanleihe rentierte gestern mit 4,41 Prozent. Seit der Herabstufung am Mittwoch ist sie damit nur um 0,02 Prozentpunkte gestiegen. Von daher dürfte die Herabstufung die Refinanzierung Italiens in diesem Jahr nicht erheblich verteuern.

Italien muss sich aber anstrengen, damit nicht die anderen Agenturen nachziehen und dem Land zumindest einen negativen Ratingausblick geben. Moody’s und Fitch haben ihre Ratings „Aa2“ bzw. „AA-“ eine Stufe besser als die Bewertung von S&P – zwar bestätigt, aber auch Fitch betonte, dass die Staatsverschuldung zu hoch sei. Mit einer Verschuldung von 105,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist Italien so hoch verschuldet wie kein anderes Land der Euro-Zone.

Zweifel weckt noch das von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorgelegte Sparprogramm von 7,5 Mrd. Euro. Ob ein neuer Finanzminister, die hohe Verschuldung zügig in den Griff bekomme, ist nach Meinung von vielen Rentenanalysten sehr fraglich.

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