Teles-Aktionäre müssen ihre Investition überdenken
Schwierige Wahl

Aktionäre des Berliner TecDax-Unternehmens Teles wissen derzeit nicht, ob sie weinen oder lachen sollen. Wurde doch in der letzten Woche bekannt, dass das bisherige Kernstück des Internet-Dienstleisters – der bei der Tochter Strato angesiedelte Bereich Webhosting – an den Konkurrenten Freenet verkauft wird.

FRANKFURT. Dafür fließen 80 Mill. Euro in bar und 3,1 Mill. Freenet-Aktien, die aktuell nochmal 51 Mill. Euro wert sind. Wird das Ganze um die 17 Mill. Euro an liquiden Mitteln reduziert, die noch in dem Geschäftsfeld steckten, ergibt sich ein Nettozufluss von 114 Mill. Euro.

„Eine nette Summe“, werden sich viele Aktionäre sagen, zumal sie selbst nicht leer ausgehen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll der zufließende Cash an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Beachtet werden sollte dabei aber, dass exakt 49,78 Prozent der Aktien in den Händen des Gründers und Vorstandschefs Sigram Schindler liegen. Das wären nach aktuellem Stand knapp 40 Mill. Euro für ihn!

Bleibt für die freien Aktionäre unabhängig von der Neiddiskussion die Frage, was sie nun machen sollen: Zwei bis drei Jahren warten, um von den verbleibenden 40 Mill. Euro zu profitieren, oder aussteigen, weil drei Viertel von Umsatz und Gewinn weg sind. Ein weiterer Verbleib hängt in erster Linie davon ab, wie groß die Wachstumschancen für die verbleibenden Geschäftsfelder eingestuft werden. Der Aktienkurs ist dafür kein geeignetes Indiz. Seitdem die Meldung raus ist, hat er sich kaum verändert. Grund hierfür ist die bei einem Kurs von 7,80 Euro aktuelle Marktbewertung von 162 Mill. Euro, die bei Investoren weitgehend als fair betrachtet wird. Rund 33 Mill. Euro sind auch ohne Strato noch in der Kasse, man verfügt über eigene Aktien im Wert von 17 Mill. Euro und 131 Mill. Euro kommen bald hinzu. Das entspräche nach aktuellem Stand einer Unterbewertung. Die Aktie hätte so gerechnet Luft nach oben. Sind die 80 Mill. Euro aus dem Strato-Verkauf aber in spätestens drei Jahren ausgeschüttet, dann stünden an dieser Stelle nur noch rund 100 Mill. Euro. Nach aktuellen Bewertungsmaßstäben dürfte die Aktie dann auch nur noch entsprechend weniger kosten.

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