Umfeld wird schwieriger
Das Gewinnwachstum neigt sich dem Ende zu

Erste Analysten rechnen mit einer Stagnation der Unternehmensergebnisse in den USA und raten Anlegern, die Depots zu überprüfen.

Einen radikalen Schnitt hat vor wenigen Tagen die Investmentbank JP Morgan in ihrer Beurteilung von Aktien gemacht. Statt sie im Portfolio überzugewichten, soll der Anleger Dividendentitel künftig untergewichten. Der Grund: Die lang anhaltende Phase des Gewinnwachstums der Unternehmen dürfte sich dem Ende zuneigen, vor allem in den USA. Es sei zu erwarten dass die Ergebnisse dort 2006 stagnierten. Das ist zwar eine Minderheitsmeinung. Doch die Begründung ist einen zweiten Blick wert.

Über zwölf Quartale, insgesamt also 36 Monate, sind die Gewinne der im breit gestreuten S&P 500-Index enthaltenen Unternehmen jetzt schon mit zweistelliger Rate gewachsen. Achtmal hintereinander haben sie über den Erwartungen der Analysten gelegen, so auch im abgelaufenen Quartal. Statt der erwarteten neun Prozent legten die Ergebnisse um zwölf Prozent zu. Um etwa 150 Prozent sind die Gewinne seit ihrem Tief Ende 2001 gestiegen. In diesem Jahr, das erwartet auch das JP–Morgan-Team, werden sie noch einmal um zehn Prozent zunehmen.

So eine lange Gewinnwachstumsphase ist die große Ausnahme. Im historischen Durchschnitt dauert ein Gewinnzyklus nur 24 Monate. In dieser Zeit legen die Ergebnisse etwa um 50 Prozent zu. Danach wäre der gegenwärtige Zyklus hinfällig. Trotzdem meint die Mehrheit der Analysten, dass es auch 2006 noch eine Verbesserung der Ergebnisse um etwa zehn Prozent geben wird. Marktstratege Howard Silverblatt vom Finanzinformationsdienst Standard & Poor’s meint, schließlich seien die Gewinne nach dem Platzen der Spekulationsblase auch besonders drastisch gesunken. Da sei eine längere und stärkere Erholungsphase durchaus angemessen.

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