US-Nebenwerte
US-Nebenwerte: Nicht aussteigen

"Klein, aber oho – US-Nebenwerte sind noch nicht ausgereizt“, stand an dieser Stelle im April 2004 zu lesen. Die Kleinen haben uns nicht blamiert. Der US-Nebenwerteindex Russell 2000 hat seither seine Rally beeindruckend fortgesetzt.

HB DÜSSELDORF. 6,5 Prozent hat er allein seit Jahresanfang zugelegt, gut doppelt so viel wie der S&P 500, der 2,8 Prozent gewann. Seit Februar 2003, als der Russell 2000 seinen größten Durchhänger hatte, gewann er gar 84 Prozent, gegenüber 44 Prozent beim S&P 500. Nebenwerte – englisch „small caps“ – waren auch in Europa die klaren Sieger des jüngsten Aktienbooms und erreichen ein Rekordhoch nach dem anderen. Schön, und jetzt?

Der US-Nebenwertespezialist Chris Faber von Ironbridge Capital warnt, dass die Kleinen inzwischen ziemlich teuer sind. Weil sie ein größeres Risiko bergen als Standardwerte und weil sie im Ernstfall schwer zu veräußern sind, müssten sie aber eigentlich billiger sein als die Großen. Doch ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis ist derzeit mit 21 sogar etwas höher als das des breiten S&P 500, das bezogen auf die vergangenen zwölf Monate bei 18 liegt. Ähnliches gilt in Europa.

Warnungen, dass die Nebenwerte-Rally bald vorbei ist, kursieren allerdings schon seit über einem Jahr. Schwäche zeigen sie vor allem, wenn die Wachstumsphase eines Konjunkturzyklus ausläuft. Doch bis jetzt hat das die Nebenwerte nicht gestört. Zum einen sind die Zinsen nicht so stark gestiegen wie befürchtet, vor allem für längerfristige Darlehen. Kleinere Unternehmen sind wesentlich stärker auf Bankkredite angewiesen als große Konzerne. Auch sind kleine europäische Werte vom jüngsten Auf und Ab des Dollar kaum betroffen. Die Schwankungen machen eher den großen, international operierenden Konzernen zu schaffen. Und in einer moderaten Wachstumsphase finden Kleine eher Marktnischen und Lücken, um dort vorzustoßen.

Weil Nebenwerte auch langfristig besser abschneiden als der Rest, sollten Anleger einen Teil ihres Aktienportfolios dort investiert lassen – und es vielleicht wie der bekannte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt halten: „Positionen reduzieren, aber nicht ganz aussteigen.“

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